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Der Telebasel News Beitrag vom 15. November 2018.

Basel

Mit Ultraviolettstrahlung gegen multiresistente Keime

Multiresistente Keime sind in Krankenhäusern ein grosses Problem. Das Universitätsspital Basel macht den Bakterien nun mit ultravioletten Strahlen den Garaus.

Wenn Patienten, die mit multiresistenten Keimen kolonisiert oder infiziert waren, aus dem Spital austreten, dürfen in deren Zimmern keine Bakterien zurückbleiben.

Mittels klassischer Desinfektion können nicht immer alle Bakterien vernichtet werden. Das Universitätsspital Basel hat deshalb als erstes Spital der Schweiz ein mobiles Desinfektionsgerät mit Ultraviolettstrahlung angeschafft.

Andreas Widmer, der Leiter der Abteilung für Spitalhygiene des Unispitals, erklärt, weshalb das neue Vorgehen mit der UV-Lampe besser funktioniert als die alte Methode mit Wasserstoffperoxid.

Keime zuverlässig abgetötet

Die Erfahrungen mit dem Gerät sind durchwegs positiv, denn die Bakterien werden zuverlässig abgetötet. Übertragungen auf andere Patienten werden somit verhindert werden, und das Risiko von Epidemien weitgehend eliminiert.

Das Unispital Basel hat deshalb als erstes Schweizer Spital ein UVC-Desinfektionsgerät angeschafft, ein zweites ist bestellt. Das mobile Gerät ist seit rund einem Jahr im gesamten Universitätsspital rege im Einsatz und hat sich in der Praxis bestens bewährt.

Im Vergleich zur bisherigen Desinfektion mit Wasserstoffperoxid ist das Verfahren mit Ultraviolettstrahlung nicht nur kostengünstiger, sondern auch deutlich weniger aufwendig, schreibt das Unispital in einer Mitteilung.

Weil die Desinfektion nur 10 bis 40 Minuten dauert, muss ein Patientenzimmer nun nicht mehr für mehrere Stunden geschlossen werden.

Das hauseigene Labor der klinischen Mikrobiologie unter der Leitung von Adrian Egli ist ein weiteres wichtiges Mittel im Kampf gegen die Resistenten Erreger.

Zusätzliche Sicherheit für Patienten

Vor der Ultraviolett-Bestrahlung muss von speziell geschultem Reinigungspersonal immer eine Scheuer-Wisch-Desinfektion durchgeführt werden. Anschliessend wird das Gerät nacheinander an drei Stellen im Raum platziert, so dass die Strahlung alle Oberflächen erreichen kann. Danach kann das Zimmer umgehend wieder benutzt werden.

Die zuverlässige Vernichtung multiresistenter Keime bedeutet für Patienten eine zusätzliche Sicherheit. Sie werden damit vor Übertragungen bewahrt, und Epidemien können weitgehend verhindert werden. Entscheidend ist, Träger von multiresistenten Keimen rasch zu identifizieren und zu isolieren.

Wie akut das Problem der multiresistenten Bakterien ist, illustriert eine soeben in der Zeitschrift «The Lancet» publizierte Studie: In Europa wurden 2015 rund 670’000 Fälle von Infektionen mit multiresistenten Keimen gezählt, wovon 64 Prozent in einem Spital erworben wurden. Rund 33’000 Fälle verliefen ursächlich wegen der Infektion tödlich.

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