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Telebasel Report vom 14. November 2018.

Basel

Report: Kampf gegen Verspätungen

400‘000 Passagiere täglich, 3'000 Signale und Weichen, alles gesteuert aus einem einzigen Kommandoraum. Der Report blickt in die SBB-Betriebszentrale in Olten.

Technische Störung am Zug, Stellwerkstörung, abwarten eines Anschlusszuges – die Durchsagen der SBB kennen geübte Pendler mittlerweile auswendig. Drei Minuten hier, sieben Minuten da – Verspätungen sind, gerade im Pendlerverkehr, mühsam. Kein Wunder gehört das Fluchen und Wettern über die SBB zu des Schweizers liebsten Hobbys.

Für passionierte Pendler ein vertrauter Anblick am Bahnhof SBB. (Bild: Telebasel)

Report wechselt die Seiten

Die Pendlersicht ist jedoch nur eine. Der Report wechselt diese Woche deshalb mal die Seite und schaut den SBB über die Schultern. Genauer gesagt werfen wir einen Blick in die Kommandozentrale in Olten, von wo aus das gesamte Mittelland gesteuert wird. Von Bern nach Luzern, über Olten bis nach Basel – sämtliche 400‘000 Passagiere werden täglich aus nur einem Raum gesteuert. In der Betriebszentrale Mitte in Olten werden 750 Kilometer Streckennetz überwacht, 3050 Signale betreut und rund 2800 Weichen gestellt.

Die Kommandozentrale des SBB-Betriebszentrums Mitte in Olten. (Bild: Telebasel)

Gewirr aus Linien und Farben

Insgesamt mehr als 100 operative Arbeitsplätze stehen im Kommandoraum in Olten zur Verfügung. Einer davon ist einzig und alleine dem Bahnhof Basel SBB gewidmet. Aus der Sicht eines Zugverkehrsleiters sieht dieser aber wahrlich unspektakulär aus. Anstatt der beeindruckenden Passerelle oder dem alt-ehrwürdigen Bahnhofsgebäude erscheint der Bahnhof Basel SBB als Gewirr aus Linien und Farben, sagt Nicolas Flück von der SBB-Betriebsführung: «Die weissen Linien sind die Geleise. 19 an der Zahl, wobei zwei davon kein Perron haben». Die roten Linien stellen Züge dar. Bei der Einfahrt oder Ausfahrt bewegen sie sich mit dem Zug mit. Grün hingegen wird die Zugfahrstrasse signalisiert, also der Weg, den der Zug aus oder in den Bahnhof nehmen wird.

So sieht der Bahnhof SBB aus der Sicht eines Zugverkehrleiters aus. (Bild: Telebasel)

Personenverkehr nur ein Teil der Arbeit

Flück kümmert sich jedoch nicht nur um Personenzüge, sondern auch um Güterzüge. Weiter disponiert er die Zugskompositionen: «In den Morgenstunden rüsten wir die Züge mit zusätzlichen Wagen aus, sobald der Morgenverkehr durch ist, werden die Wagen wieder abgehängt und im Depot zwischengelagert». Seien es also Wagen, einzelne Loks, Güterzüge, Personenzüge – all das muss im eng-getakteten SBB-Fahrplan koordiniert werden.

Kommt dazu: In Richtung Liestal, Muttenz, Zürich stehen Flück einzig drei Geleise zur Verfügung. Die Zu- und Abfahrt zum Bahnhof gleicht demnach einem Flaschenhals.

Rund 120’000 Personen pendeln täglich nach Basel oder von Basel weg. Nicht alle davon benutzen jedoch den Zug. (Bild: Telebasel)

Verspätungen lokal eindämmen

Ist nun nur einer der Züge verspätet, gerät der ganze Fahrplan durcheinander. Einfahrende Züge müssen warten, bis der verspätete Zug ausgefahren ist und umgekehrt. Dies setzt eine ganze Kette in Bewegung: «Wir versuchen gröbere Störungen immer gleich lokal einzudämmen, damit es gar nicht erst zu dieser Kettenreaktion kommt». Denn in extremen Fällen, beispielsweise der ICE-Entgleisung vor einem Jahr, kann eine Störung am Bahnhof Basel Auswirkungen auf die ganze Schweiz haben.

Wie die SBB den Zugverkehr in der Region Basel steuert sehen Sie im Report vom 14. November 2018 um 19.40 Uhr oder 24h auf telebasel.ch.

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