(Symbolbild: Keystone)

Basel

Basler Forschungsprojekt ergründet Muskelschwund im Alter

Die molekularen Prozesse hinter Muskelschwund bergen Rätsel. Mehrere Forschungsgruppen der Uni Basel haben zusammengespannt, um dieses Phänomen zu ergründen.

«Warum es mit dem Muskelauf- und -abbau im Alter weniger klappt und was sich dabei auf der molekularen Ebene genau abspielt, ist weitgehend unbekannt», sagt Neurobiologe Markus Rüegg von der Universität Basel.

Sein Team arbeitet deshalb mit den Forschungsgruppen von Christoph Handschin und Mihaela Zavolan sowie mit Wissenschaftlern von Novartis zusammen, um die Prozesse hinter dem Muskelschwund im Alter zu entschlüsseln. Das vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Projekt wurde in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Uni Nova» der Universität Basel vorgestellt.

Nerven und Muskeln untersucht

Rüegg und sein Team untersuchen, was zwischen Nerven und den Muskeln als Zielorgan geschieht. Ausserdem suchen sie nach Ansatzpunkten zur Therapie seltener Muskelkrankheiten, die auch Rückschlüsse auf den Muskelschwund im Alter zulassen könnten.

Die Forschungsgruppe um Handschin fokussiert darauf, was beim Trainieren gesunder Muskeln geschieht, während Zavolans Team die grossen Datenmengen analysiert, die aus Experimenten rund um die Zellprozesse hervorgehen.

Überraschung um zentralen Schalter

Erste überraschende Resultate habe das Projekt bereits geliefert, war dem Magazinartikel zu entnehmen. Dabei geht es um einen molekularen Schalter namens mTORC1, der registriert, wie viel Nahrung, Eiweissbausteine (Aminosäuren) und Energie für den Bau von Eiweissen (Proteinen) zur Verfügung stehen. Wenn etwas fehlt, verhindert mTORC1 die Herstellung von Proteinen, auch für die Muskeln. Ist alles vorhanden, bleibt der Schalter «aufgedreht» und die ganze Vielfalt der Proteine werde hergestellt. Der Schalter bestimmt so auch Zellgrösse und Wachstum.

Ständiges Aktivieren von mTORC1 wäre aber keine Lösung gegen Muskelschwund im Alter, wie die Forschenden herausgefunden haben. Mäuse, bei denen der Schalter ständig aufgedreht war, bekamen nicht einfach grosse Muskeln. Es kostete sie mitunter das Leben.

Demnach könnte es sein, dass mTORC1 im Alter ständig etwas mehr aufgedreht ist als normal und es sinnvoll sein könnte, dämpfend darauf einzuwirken, hiess es in dem Artikel. Das wollen die Wissenschaftler in weiteren Untersuchungen ergründen. «Wahrscheinlich wäre eine Balance zwischen Stimulieren und Bremsen die beste Lösung», vermutet Rüegg.

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