Martin Droeser entschied den Final für sich mit der Präsentation eines österreichischen Spezialbiers namens «Krinnawible». (Bild: bier-sommelier.ch)

Baselland

Bester Bier-Sommelier der Schweiz kommt aus Gelterkinden

Schweizer Bier-Sommeliers haben in Bern den Besten ihrer Zunft erkoren. Der diesjährige Gewinner heisst Martin Droeser und kommt aus Gelterkinden.

Martin Droeser entschied den Final der 3. Schweizer Meisterschaft der Bier-Sommeliers für sich mit der Präsentation eines österreichischen Spezialbiers namens «Krinnawible». Ein Whisky-Starkbier aus über Torf geräuchertem Malz.

Das Bier dürfte wenig gemein haben mit dem, was man in der Schweiz jahrzehntelang in der Wirtschaft bestellte: «Eine Stange, bitte». Bier erlebt derzeit in der Schweiz einen regelrechten Boom. Namentlich die Craftbeer-Szene mischt das Geschäft auf und experimentiert mit allem, was ihr in die Hände kommt.

Unter Craftbeer versteht man Bier, das handwerklich von einer unabhängigen, meist kleinen oder mittelgrossen Brauerei hergestellt wird.

Martin Droeser in Aktion. (Bild: bier-sommelier.ch)

Riesige Palette

Die Palette an Biersorten ist riesig, die Geschmacksunterschiede ebenfalls. Vom schweren, rabenschwarzen Imperial Stout über ein hopfenbetontes India Pale Ale bis hin zu einem mit wilden Hefen vergorenen Sauerbier rinnt in der Schweiz mittlerweile alles in die Kehlen der Bierliebhaber und zunehmend auch -liebhaberinnen.

Um sich in der Vielfalt der Biersorten nicht zu verlieren, braucht es zunehmend Kenner, die dem Gast oder Kunden das richtige Bier empfehlen können, damit nicht Hopfen und Malz verloren ist.

Als Bier-Sommelier braucht es ein ausgezeichnetes Geschmackssensorium und viel Wissen über die Materie. 43 Bier-Sommeliers traten im Berner Bierhübeli zum nationalen Wettstreit an. Die besten sechs bilden die Nationalmannschaft, die 2019 die Schweiz an den Weltmeisterschaften in Italien vertritt.

Schriftliche Prüfung

In einem schriftlichen Test mussten die Sommeliers ihr theoretisches Wissen unter Beweis stellen. Danach waren die Geschmacksnerven an der Reihe. Es galt, biertypischen Geschmack und Gerüche, aber auch Bierfehler zu erkennen. Schliesslich bekamen die Wettkämpfer auch Proben verschiedener Biere vorgesetzt, die sie dem richtigen Bierstil zuzuordnen hatten.

Weltweit gibt es rund 150 Bierstile mit zahlreichen Abwandlungen und Unterformen – die Grenzen sind oft fliessend und werden von den Bier-Aficionados eifrig diskutiert.

Das passende Bier zum Essen

In den Halbfinals und im Final mussten die Sommeliers eine Bierpräsentation für die Jury und das Publikum vorlegen, inklusive korrektem Ausschank, sensorischer Beschreibung und passender Essenskombination.

Längst haben sich exklusive oder experimentelle Biere als Begleiter auserlesener Speisen einen Namen gemacht. Entsprechend viel Wissen über Lebensmittel gehört daher auch zum Repertoire eines Biersommeliers.

In der Schweiz kann man sich seit einigen Jahren zum Bier-Sommelier ausbilden lassen. Das Seminar dauert acht Tage und wird mit einer Prüfung abgeschlossen.

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