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Der Telebasel News Beitrag vom 9. November 2018.

Schweiz

Midterms-Wahlen könnten der Schweizer Pharma schaden

Nach den Midterms-Wahlen muss Donald Trump mit der Opposition zusammenarbeiten. Gemeinsamer Nenner sind Medikamentenpreis-Senkungen, welche die Pharma treffen.

Die US-Demokraten und der amerikanische Präsident Donald Trump sind sich in den seltensten Fällen einig, in Sachen Pharma-Industrie allerdings schon: Beiden liegt daran, dass die Medikamentenpreise gesenkt werden. Der USA-Kenner und Autor Peter Hossli erachtet es deshalb als sehr wahrscheinlich, dass die US-Regierung die Medikamentenpreise senken werde. Das wäre schmerzhaft für die Schweizer Pharma-Industrie. Denn die USA sind deren grösster Absatzmarkt.

Basler Pharma vorerst nicht beunruhigt

Die Basler Pharmakonzerne Novartis und Roche geben sich aber vorerst gelassen und beantworten diesbezüglich Anfragen von Telebasel schriftlich wie folgt:

«Novartis freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Kongress zu Richtlinien, die Zugang zu erschwinglicher Gesundheitsversorgung ermöglichen und wissenschaftliche Innovation fördern».

«Roche steht mit der Administration im Dialog und arbeitet mit der US-Regierung und den US-Gesundheitsbehörden daran, Lösungen zu entwickeln, um den Zugang zu innovativen Medikamenten für die Patienten langfristig sicherzustellen. Es gilt abzuwarten, welche Massnahmen nach der Konsultationsphase konkret umgesetzt werden. Roche ist davon überzeugt, dass die USA auch in Zukunft echte Innovationen honorieren werden».

Interpharma, der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, schreibt: «Die USA sind für die Schweizer Pharmabranche ein wichtiger Exportmarkt und viele Unternehmen betreiben in den USA Forschungszentren und Produktionsstandorte. Die Pharmabranche steht mit der Administration im Dialog und ist bereit, sich der Diskussion über Nutzen und Kosten ihrer Medikamente zu stellen. Wir gehen davon aus, dass die USA Innovation auch künftig honorieren und Patienten von einem raschen Zugang zu neuen Therapien profitieren werden».

Was, wenn die Steuereinnahmen sinken?

Sinken die Preise für Medikamente trotzdem massiv, hätte das vermutlich auch Auswirkungen auf die Steuereinnahmen in Basel. Telebasel hat bei Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger nachgefragt, der die Situation nicht beziffern kann. Engelberger rechnet vor, dass die USA der Pharma-Industrie Steuererleichterungen gewährte, dass durch das Krankenkassensystem Obamacare mehr US-Bürger sich Medikamente leisten können, und allfällige Preissenkungen nur ein Element der Rechnung ist, wie sich Preissenkungen auf den Umsatz und Gewinn auswirken.

Zudem hat sich Telebasel mit Peter Hossli, USA-Kenner und ehemaliger «Blick»-Korrespondent, über das Thema unterhalten.

Hossli über die Macht der Pharmaindustrie in den USA. (Video: Telebasel)
Hossli erklärt den Entscheid Donald Trumps, die Medikamentenpreise zu senken. (Video: Telebasel)

Das Thema wird auch im Sonntags-Talk vom 11. November 2018 diskutiert.

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