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Der Telebasel Talk vom 7. November 2018 mit Hans-Kristian Hoejsgaard.

Basel

Wie bringen Sie die Messe aus der Krise, Herr Hoejsgaard?

Die MCH Group hat einige Massnahmen für die Zukunft bekanntgegeben. Was sie für die Baselworld oder die ART bedeuten, erläutert Hans-Kristian Hoejsgaard.

Was in den letzten Monaten geschah:

  • Die MCH gab im September bekannt, dass sie für das laufende Geschäftsjahr einen Verlust in bis zu dreistelliger Millionenhöhe erwartet.
  • Wegen der Absage des grössten Ausstellers Swatch bei der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld müssten weitere Wertberichtigung für die Messehallen in Basel getätigt werden. Schon 2017 hatte MCH aufgrund des Bedeutungsverlusts von Baselworld über 100 Millionen Franken auf dem Messegebäude abgeschrieben.
  • Nach der Absage von Swatch trennten sich die MCH-Group und der langjährige CEO René Kamm.
  • Im August wurde bekannt, dass nach 103 Jahren 2019 zum letzten Mal eine Muba in der Messe Basel stattfinden wird.
  • Am 6. September wurde erstmals die neue Automobil-Messe Grand Basel eröffnet.
  • Am 4. September übernahm Hans-Kristian Hoejsgaard als interimistischer CEO die operative Leitung der MCH-Group.

Hans-Kristian Hoejsgaard soll die Funktion des Interims-CEO bis zur definitiven Neubesetzung der operativen Leitung ausüben. Der 60-Jährige ist dänischer Staatsbürger und hat über 30 Jahre Erfahrung in leitenden Funktionen in der Luxus- und Konsumgüterindustrie sowie im Fachhandel. Er arbeitete unter anderem für verschiedene Unternehmen – unter ihnen die LVMH-Gruppe – in Asien, für die Georg Jensen Ltd. in Kopenhagen und die Timex Group in Connecticut in den USA. 2011 bis 2017 war er CEO der Oettinger Davidoff AG in Basel. Seit 2018 führt er sein eigenes Beratungsunternehmen.

Am vergangenen Freitag, 2. November, gab die MCH-Group eine Reihe von Massnahmen bekannt. Telebasel berichtete am gleichen Tag in den News:

Der Telebasel News Beitrag vom 2. November 2018

Die MCH Group steht vor grundlegenden Veränderungen. Bereits bis Ende Jahr werden neben bereits eingeführten Sparmassnahmen weitere Massnahmen zur Senkung der Kosten, zur Fokussierung der strategischen Initiativen und Investitionen sowie zur Straffung der Organisation ergriffen. Das schrieb die Messe Schweiz am Freitag in einer Mitteilung.

Prüfung der Unternehmensstrategie

Zudem soll in den nächsten Monaten die Unternehmensstrategie überprüft und konsequent auf die künftigen Anforderungen der Märkte sowie Bedürfnissen der Kunden ausgerichtet werden. «Wir müssen und wollen unsere klassische Live-Event-Kompetenz zu einer integrierten Experience-Marketing-Kompetenz in physischen und digitalen Bereichen entwickeln», wird Hans-Kristian Hoejsgaard, CEO ad interim der MCH Group, in der Mitteilung zitiert.

Dieser Prozess sei sehr anspruchsvoll und werde längere Zeit dauern. «Unsere grosse Herausforderung besteht darin, die richtige Balance zu finden zwischen den notwendigen Massnahmen zur Stabilisierung des Unternehmens und den erforderlichen Investitionen in die Zukunft», so Hoejsgaard weiter.

Art Basel soll gestärkt werden

Die MCH Group möchte in Zukunft die weltweit führende Position der Art Basel weiter stärken. Das durch den Fokus auf bestehende Shows, die Fortführung der Art Basel Cities und der Entwicklung weiterer Initiativen. Über diese möchte die Messe zu gegebener Zeit informieren. Die Masterpiece London soll international womöglich nach Asien expandieren.

In Bezug auf die Baselworld wird es bereits für das Jahr 2019 eine Reihe von Neuerungen geben. Die Neukonzeption der Baselworld 2020 werde dann in Zusammenarbeit mit den Aussteller-Gremien intensiv vorangetrieben. Auch andere erfolgreiche Messen, die auf den Schweizer Markt ausgerichtet sind, sollen in Zukunft gestärkt werden. Ebenfalls möchte die MCH Group weitere Investitionen in die Entwicklung der digitalen Angebote tätigen.

Keine Grand Basel in Miami 2019

Dagegen werde auf die Entwicklung eines Portfolios mit regionalen Kunstmessen verzichtet. Ebenfalls möchte die Messe Schweiz die Beteiligungen an der Art Düsseldorf und der India Art Fair abtreten. Bis dahin sollen die Messen aber in der bisherigen Form unterstützt werden. Ausserdem wird die Art SG in Singapur doch nicht wie zuvor angekündigt unterstützt. Die MCH Group verzichtet zudem auf die geplante Expansion der Grand Basel nach Miami Beach – dies zumindest bis 2019. Und auch in Basel wartet die MCH Group mit einer weiteren Ausgabe zu.

Für die Ausgestaltung und Umsetzung der angestrebten Veränderungen werde eine interne Task Force unter der Leitung von CFO Beat Zwahlen eingesetzt, heisst es in der Mitteilung weiter. Die ganze Transformation werden gemäss MCH Group Auswirkungen auf das Ergebnis 2018 sowie auf das Budget 2019 haben. Dabei soll ein positiver Effekt für das Geschäftsjahr 2019 erzielt werden. Die konkreten Auswirkungen liessen sich allerdings im Moment noch nicht beziffern und werden zu gegebener Zeit kommuniziert.

Hans-Kristian Hoejsgaard stellt sich erstmals in einem ausführlichen TV-Interview der Basler Öffentlichkeit.

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