(Bild: zVg)
Basel

SBB führt Stimmbevölkerung in die Irre

Rund zwei Wochen vor der Abstimmung über die Neuüberbauung des Lysbüchel-Areals am 25. November werben SBB Immobilien im Netz mit falschen Angaben.

Am 25. November entscheidet die Basler Stimmbevölkerung über den Bebauungsplan «VoltaNord». Aber die künftige Nutzung des Lysbüchel-Areals spaltet die Gemüter. Befürworter und Gegner tragen seit Wochen ihre Argumente vor. Jetzt sorgen die SBB Immobilien für Kritik, denn das ganze Projekt werde auf ihrer Internetseite www.areal56.ch ziemlich blumig beschrieben, heisst es in der «bz Basel».

Falsche Informationen im Netz

So wird zum Beispiel mit bis zu 3’500 neuen Arbeitsplätzen geworben. Laut offiziellen Schätzungen seien es allerdings 2’000 bis 3’000. Ebenfalls werde von diversen Grünflächen und Parkanlagen gesprochen, über die in solch einer Form in der Vorlage nichts geschrieben steht.

Gemäss SBB Immobilien sei das ganze Projekt in enger Zusammenarbeit mit der IG Lysbüchel und dem Gewerbeverband erarbeitet. Auch das stimmt mit der Wahrheit nicht wirklich überein, denn gerade der Gewerbeverband kämpft gegen Volta Nord.

Irreführung der Stimmbevölkerung

Das Ganze sei inakzeptabel und zudem eine Irreführung der Stimmbevölkerung, sagt David Weber, Sprecher des Gewerbeverbands, gegenüber der «bz Basel». So lehnen die IG Lysbüchel und der Gewerbeverband die Pläne der SBB Immobilien ab, was auch seit Jahren bekannt sei. Bei den Informationen auf der Internetseite handle es sich deshalb um eine bewusste Falschmeldung.

Damit aber nicht genug. Die SBB Immobilien schreiben auch von drei Baufeldern. Von denen sollen angeblich zwei Drittel der Fläche in der Industrie und Gewerbezone bleiben. In Wahrheit aber soll die Gewerbefläche um zwei Drittel reduziert werden. Es sei für den Gewerbeverband schleierhaft, weshalb die SBB solche Falschmeldungen verbreite, so Weber weiter.

SBB räumt Fehler ein

Gegenüber der «bz Basel» räumt die SBB diese Fehler ein. Gemäss Sprecherin Franziska Frey beruhen die Angaben auf der Internetseite auf der ursprünglichen Ausgangslage und wurde nach den politischen Entwicklungen nicht aktualisiert. Die falschen Informationen seien jetzt umgehend korrigiert worden. Trotzdem vertreten die SBB die Aussage, dass ein Quartierplatz mit Aufenthalts- und Freiraum geplant sei. Aber die Naturschutzfläche sei zu einem grossen Teil nicht begehbar.

Weber ist sich sicher, dass der Stimmbevölkerung solche Falschmeldungen nicht gefallen. Die SBB droht aber mit einer jahrelangen Brache, sollte es zur Ablehnung der Vorlage kommen.

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