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Der Telebasel Talk vom 6. November 2018 mit Sam Keller.

Basel

Darf Kunst alles, Sam Keller?

Im Talk sprach der Leiter der Fondation Beyeler über die kontrovers diskutierten Bilder des Malers Balthus und über die Kunstfreiheit. (WH vom 6.11.18)

Sam Keller gibt nicht sehr oft längere Interviews. Ende September 2018 erhielt Telebasel seine Zusage für anfangs November – verbunden mit dem Wunsch, über die laufende Balthus- und die kommende Picasso-Ausstellung (ab 3. Februar 2019) zu sprechen.

Seit 2008 leitet der von Ernst Beyeler ernannte Sam Keller die Fondation Beyeler, Letztes Jahr feierte das Riehener Kunsthaus sein 20-jähriges Jubiläum mit fast einer halben Million Besucherinnen und Besuchern. Von 2000 bis 2007 war Keller Direktor der Kunstmesse Art Basel.

Claude Monet und Patti Smith

In Sam Kellers Zeit fallen viele hochkarätige Ausstellungen, die grossen Zuspruch bei Publikum und Kritik fanden: Claude Monet, Georg Baselitz, Gerhard Richter, Paul Gauguin und viele andere mehr.

Dabei versteht es Keller, seine Ausstellungen mit einem reichen Beiprogramm aus Podien, Workshops, Werkbetrachtungen, Vorträgen, Anlässen zur Kunstvermittlung oder Konzerten teilweise hoher Pop-Prominenz (Bryan Ferry, Patti Smith, John Cale etc.) aufzuwerten.

Berühmt sind mittlerweile auch die Open Air-Sommerparties. Ab 2021 soll die Fondation mit einem Erweiterungsprojekt von Star-Architekt Peter Zumthor massiv ausgebaut werden.

Telebasel berichtete:

(Telebasel News-Beitrag vom 4. Mai 2017)

Aktuelle Ausstellungen in der Fondation Beyeler

Balthus (bis 1. Januar 2019)

Medientext Fondation Beyeler: «Balthus, mit vollem Namen Balthasar Klossowski de Rola (1908–2001), zählt zu den letzten grossen Meistern der Kunst des 20. Jahrhunderts und zu den meist diskutierten Künstlern der Moderne. Die Fondation Beyeler widmet ihm eine retrospektiv angelegte Ausstellung, die rund 40 bedeutende Gemälde aus sämtlichen Schaffensphasen vereint und Balthus‘ vieldeutige Bildwelt reflektiert. In seinen ebenso ruhevollen wie spannungsreichen Werken treffen Gegensätze zusammen, die Wirklichkeit und Traum, Erotik und Unbefangenheit, Sachlichkeit und Rätselhaftigkeit sowie Vertrautes und Unheimliches auf einzigartige Weise verbinden».

In New York forderte in der Folge der #metoo-Debatte eine Online-Petition, dass Balthus’ Bilder abgehängt oder eingeordnet würden. Die Bilder machten Kinder zum Sexobjekt.

Am Mittwoch, 7. November, fand in der Fondation unter dem Titel «Balthus und die Frage der Kunstfreiheit» ein Roundtable-Gespräch statt. Dazu schreibt die Fondation Beyeler: «Bis heute wird Balthus oft mit seinen Darstellungen junger Mädchen und Frauen assoziiert, die auch jüngst eine Debatte über künstlerische und darstellerische Grenzen ausgelöst hat. Gerade die Vielschichtigkeit von Balthus’ Werk leistet einen wichtigen Beitrag zu dieser essentiellen reflexiven Dimension der Kunst als freier Ausdrucksform. Auch diese Ausstellung soll zur Diskussion und Reflexion über die Möglichkeiten und Funktionen von Kunst anregen».

Der junge Picasso – Blaue und Rosa Periode (ab 3. Februar 2019)

Medientext Fondation Beyeler: «In ihrer bis dato hochkarätigsten Ausstellung widmet sich die Fondation Beyeler den Gemälden und Skulpturen des frühen Pablo Picasso aus der sogenannten Blauen und Rosa Periode von 1901 bis 1906. Erstmals in Europa überhaupt werden die Meisterwerke dieser bedeutenden Phase, allesamt Meilensteine auf Picassos Weg zum berühmtesten Künstler des 20. Jahrhunderts, in dieser Dichte und Qualität gemeinsam präsentiert. Die Bilder dieser Schaffenszeit zählen zu den schönsten und emotionalsten der Moderne und zu den kostbarsten Kunstwerken überhaupt und werden voraussichtlich in dieser Fülle nicht mehr gemeinsam, an einem Ort versammelt, zu sehen sein».

Sehen Sie den Talk mit Sam Keller vom 6. November 2018 in Wiederholung, ab 18.40 Uhr.

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