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Der Telebasel News Beitrag vom 5. November 2018

Basel

Knatsch am Hafen

Gleich drei bekannten Gastrobetrieben kündet der Verein Shift Mode den Vertrag. Aber nur pro forma. Um auf die schwierigen Umstände mit Lärmklagen hinzuweisen.

Diese Geschichte ist absurd. Und sie soll es auch sein. Der Verein Shift Mode betreibt seit 2014 das ehemalige Migrolareal in Kleinhüningen mit kulturellen und gastronomischen Zwischennutzungen. Mit diesen hat der Verein einzelne Pachtverträge. Dieses Wochenende hat die «bz Basel» bekannt gemacht: Der Verein hat den drei Gastronomiebetrieben Sommerdeck, Patschifig und Hafechääs den Vertrag gekündet. Der Grund sind drei Lärmklagen in diesem Sommer, erläutert Katja Reichenstein vom Verein Shift Mode:

«Es ist eine Auflage des Kantons an uns als betreibenden Verein, dass bei drei Abmahnungen sofort die Kündigung folgen muss. Und weil wir nicht wissen, welche der drei Betriebe und ob überhaupt einer der drei Betriebe eine Lärmüberschreitung getätigt hat, haben wir allen drei Betrieben gekündigt.»

Kein Betrieb schliesst

Alle drei Betriebe werden aber Einsprache erheben und auch Recht bekommen. Denn Shift Mode weiss gar nicht, wer überhaupt Schuld hat an den Lärmklagen. Es könne auch sein, dass diese von Leuten verursacht wurden, die im Sommer einfach auf das Areal gekommen seien. Dem zuständigen Amt für Umwelt ist das egal. Der Amtsleiter Matthias Nabholz teilt mit:

«Der Verein Shift Mode ist verantwortlich für die Einhaltung der Auflagen in der Bewilligung. Die einzelnen Unterpächter haben keine Bewilligung für lärmintensive Veranstaltungen.»

Amt für Umwelt sieht keinen Handlungsbedarf

Der Verein Shift Mode kritisiert, dass er vom Amt keine Informationen zu den Lärmklagen kriegt. Er könne schliesslich nicht dafür haften, wenn Leute in der Nacht auf dem Areal Lärm machen. Auch dies sieht das Amt anders:

«[…] Die Baurekurskommission hat sich erst kürzlich mit dieser Frage der Zuständigkeit beschäftigt und festgestellt, dass der Verein als Arealbetreiber die volle Verantwortung für die Lärmbelästigungen durch Veranstaltungslärm auf seinem Areal übernehmen muss.»

Der Basler Stadtentwickler Lukas Ott dagegen hofft, dass sich die Wogen zwischen Amt für Umwelt und dem Verein Shift Mode bald legen. Denn für die Zukunft setzt Basel auf die Pächterschaft im Klybeck. «Das Ganze ist ja als offenes Areal konzipiert. Trotzdem braucht es jemanden, der dort die Verantwortung hat. Und daher haben wir alles Interesse daran, dass es einen Vertragspartner gibt auf dem Areal», so Ott.

Die Lärmklagen und die Bussen sind noch nicht gesprochen. Shift Mode hofft jetzt auf das richtige Augenmass des Amts.

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