(Bild: Keystone)

Basel

So viel Mikroplastik schwimmt im Rhein

Der Rhein ist weltweit einer der am stärksten mit Mikroplastik belasteten Flüsse. Das belegte eine Studie der Universität Basel.

Zwischen Basel und Rotterdam finden sich im Rhein die höchsten Konzentrationen von kleinen Plastikteilchen, die bislang in Meereszuflüssen gemessen worden sind. Das berichteten Forschende der Uni Basel im Dezember 2015 in einer Studie. Der Rhein gehöre damit zu den am stärksten mit Mikroplastik verschmutzten Flüssen der Welt.

Probe aus dem Rhein bei Duisburg mit über 65 Prozent opaken Mikroplastikkügelchen in 15-facher Vergrösserung. Der Durchmesser der Kügelchen beträgt 0,4 bis 0,9 Millimeter. (Bild: Universität Basel, Thomas Mani)

Erhebliche Verschmutzung

Zwischen Basel und Rotterdam haben die Umweltwissenschaftler der Uni Basel an elf Standorten 31 Proben an der Wasseroberfläche entnommen. In sämtlichen Proben sei Mikroplastik gefunden worden. Der Durchschnittswert lag bei 892’777 Partikel pro Quadratkilometer. Im Rheinabschnitt zwischen Basel und Mainz sei die Belastung mit 202’900 Partikel pro Quadratkilometer am geringsten gewesen. Die höchste sei in der Rhein-Ruhr-Region (2’333’665) gefunden worden, heisst es in der Studie weiter. Ein Höchstwert von 3’900’000 Mikroplastik-Partikel soll in Rees am Niederrhein gefunden worden sein.

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Verschmutzung des Rheins mit Mikroplastik erheblich ist», wird Prof. Patricia Holm vom Departement Umweltwissenschaften der Uni Basel in der Studie zitiert. Alleine an seiner Oberfläche trage der Rhein so 25 bis 30 Kilo Mikroplastik in die Nordsee. Dies entspricht einer Menge von zehn Tonnen im Jahr.

Gefahr für das Ökosystem

Die Plastikteile können den Boden von Gewässern verdecken und dadurch das Bodenleben ersticken. Mikroplastik wird von Tieren oft mit Nahrung verwechselt und gegessen. Die Tiere können in der Folge mit vollem Bauch an Hunger sterben. Durch die Nahrungskette wird Mikroplastik auch an andere Tiere weitergegeben. Welche Auswirkungen Mikroplastik auf die Umwelt hat, kann nicht genau gesagt werden. «Es gibt noch nicht viele Studien dazu», so Holm. Jedoch könne es «zu Beeinträchtigungen des Ökosystems führen». Denn: «Jedes einzelne (…) Plastikteilchen kann von Organismen aufgenommen werden und schädliche Auswirkungen haben», wird Holm in der Studie zitiert.

Mittlerweile seien erneut Proben aus dem Rhein entnommen worden, bestätigt Holm, welche die Studie zusammen mit Thomas Mani, Armin Hauk und Ulrich Walter durchführte. Die Proben befinden sich derzeit noch in der Auswertung. «Das ist ein sehr aufwändiges Prozedere, da man jedes einzelne Teilchen untersuchen und mit Spezialgeräten messen muss», so Holm. Dies sei nötig, um herauszufinden, um welche Plastikmaterialien es sich handelt.

Weniger Plastik verwenden

Was kann der «normale» Bürger gegen Mikroplastik unternehmen? Holm rät weniger Plastik zu benutzen und verbrauchen, konkret «zum Beispiel auf Plastik-Einweggeschirr zu verzichten».

Mikroplastik:

Als Mikroplastik werden kleinste Plastikteile bezeichnet, die unter fünf Millimeter gross sind. Diese entstehen zum Beispiel als Zwischenprodukt bei der Kunststoffherstellung und werden auch als Granulat in Pflege- und Reinigungsprodukten – wie beispielsweise Zahnpasta, Shampoos, Seifen und Cremes – verwendet.

Ausserdem entsteht Mikroplastik bei der Zersetzung von Plastikteilen in der Umwelt. Denn Plastik baut sich weder ab, noch verschwindet es einfach, sondern es zerfällt in kleine Teile, also in Mikroplastik. Diese Teilchen enthalten Zusätze wie Weichmacher, Farben und Flammschutzmittel und können weitere Giftstoffe aus der Umwelt anreichern.

Wer sich weiter über das Thema Mikroplastik informieren will, kann dies bei Uni am Markt tun: Am Mittwoch, 14. November 2018 von 9 bis 18:30 Uhr in Sissach.

Telebasel Themenwoche

In der Themenwoche «Abfall» widmet sich Telebasel dem Müll in der Region: Littering, Plastikverpackungen und Kehrichtverbrennungsanlagen stehen dabei unter anderem im Zentrum. Ab Montag, 29. Oktober 2018, täglich ab 18:30 Uhr in den News, am Mittwoch, 31. Oktober 2018, ab 19:40 Uhr im Report und am Samstag, 10. November 2018, ab 19:15 Uhr in einer Spezialsendung. Mehr Hintergründe und Informationen zum Thema finden Sie im Dossier «Themenwoche: Abfall».

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