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International

Hamiltons Jagd auf Schumachers Rekorde

Lewis Hamilton kann schon am Sonntag Weltmeister werden. Er hat aber nicht nurden WM-Titel im Visier, sondern auch die Rekorde von Michael Schumacher.

Sieben WM-Titel und 91 Siege in 307 Rennen – Michael Schumachers Erfolge galten lange als Rekorde für die Ewigkeit. Nun ist der 33-jährige Lewis Hamilton drauf und dran, diese Bestmarken knacken zu können.

Der Brite hat 71 der 225 bestrittenen Grands Prix gewonnen, stand 131 Mal auf dem Podest (Schumacher 155), holte 80 Pole-Positions (Schumacher 68) und wird sich in dieser Saison mit fast hundertprozentiger Sicherheit zum fünften Mal den WM-Titel sichern.

Vor dem Grand Prix der USA in Austin am Sonntag beträgt der Vorsprung des Mercedes-Fahrers auf Sebastian Vettel 67 Punkte. Vier Rennen stehen noch aus. Holt Hamilton am Sonntag acht Punkte mehr als der Deutsche im Ferrari, ist die Titel-Entscheidung vor den Rennen in Mexiko (28. Oktober), Brasilien (11. November) und Abu Dhabi (25. November) gefallen. Siegt Hamilton, kann Vettel den vorzeitigen Titelgewinn nur mit Platz 2 verhindern. Der Circuit of Americas in Austin liegt dem Briten. Fünf von sechs Rennen hat er in der Hauptstadt des Bundesstaates Texas gewonnen, zuletzt viermal in Serie.

«Der Spirit ist ungebrochen, und wir haben nichts mehr zu verlieren», sagt Vettel zur fast aussichtslosen Situation, erstmals seit Kimi Räikkönen 2007 wieder einen Fahrer-Titel für die Scuderia zu gewinnen. Für Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist die Suppe aber noch lange nicht gegessen. «Ferrari hat ein starkes Auto und wird bis zur letzten Kurve in Abu Dhabi Vollgas geben.»

«Das Beste habe ich noch vor mir»

Für Hamilton sind Schumachers Rekorde nach dieser Saison mit bereits neun Siegen nicht unerreichbar. Er hat für die kommenden zwei Jahre noch einen Vertrag mit Mercedes. Und pro Saison finden mindestens 21 Grands Prix statt. 20 Siege und bald nur noch zwei Titel fehlen noch zu den Rekorden.

«Ich glaube, dass ich das Beste noch vor mir habe», sagt Hamilton vor dem Rennen in Austin. «Mehr Rennen, mehr Erfolge mit diesem Team, mehr Erlebnisse mit meiner Familie, neue Geschäftsfelder, selbst eine Familie gründen – es gibt so viele grossartige Dinge, die mich noch erwarten.»

Schumacher selber wird davon nichts mitbekommen. Der am 3. Januar 50-jährig werdende Deutsche wird seit seinem schweren Ski-Unfall Ende Dezember 2013 in Méribel vor der Öffentlichkeit abgeschirmt. Offizielle Angaben über seinen Gesundheitszustand gibt es keine.

Einer der wenigen, der regelmässig Kontakt zur Familie Schumacher pflegt, ist der 72-jährige Jean Todt. Der Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, der in seiner Zeit als Teamchef von Ferrari fünf Fahrer- und sechs Konstrukteurs-WM-Titel mit Schumacher gewonnen hat, sagte in einem emotionalen Interview mit der englischen Zeitung «The Times», dass er Schumacher «mindestens zweimal im Monat» besuche. Über den Gesundheitszustand seines Freundes erklärte Todt nur, dass dies «Privatsache ist. Aber ich wünschte, die Situation wäre eine andere».

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