(Bild: Facebook/Andres Vonder Mühll)

Basel

«Em Basler sy Bier» gibt auf

Wegen Finanzsorgen hat «Em Basler sy Bier» Konkurs angemeldet. Das drittgrösste Bier der Region schaffte es nicht, sich gegen die Grossen durchzusetzen.

Nach über einer halben Million Franken Investition, grosser Vermarktung und einem eigenen Laden an der Lehenmattstrasse ist jetzt Schluss mit dem drittgrössten Bier in der Region. Die «Em Basler sy Bier-Idee GmbH» meldet Konkurs an, wie die «bz Basel» schreibt. Die Firma hatte eine Angestellte und Verträge mit Hopfen- und Gersteproduzenten aus der Region. Gebraut wurde das Bier von der Brauerei Locher in Appenzell.

Das Ende nach neun Jahren

Gemeinsam mit Daniel Graber hatte Andres Vonder Mühll die Biermarke vor neun Jahren gegründet. Jetzt gibt er auf, denn um die jährlich 180’000 Liter Absatz zu finanzieren, müsse man das Bier in den Restaurants servieren, meint er gegenüber der «bz Basel».

Einige Restaurants hätten das Bier zwar auf ihre Karte genommen, seien dann aber wieder abgesprungen. Ausserdem hätten neue Beizen eine Vorauszahlung verlangt und wiederum andere hätten ihre Schulden nicht beglichen. Es sei immer schwieriger geworden.

Vor dem finanziellen Debakel aufhören

Der Verlust betrug am Ende 800’000 Franken. Das auch, weil «Em Basler sy Bier» 280’000 Franken im Rotlichtmilieu verloren hat. Er höre jetzt lieber auf, bevor das grosse finanzielle Debakel eintritt, so Vonder Mühll. Jetzt hoffe er, dass die Brauerei Locher das Bier weiterhin braut und es danach selber in Basel vermarktet.

Doch das könnte schwierig werden. Sie seien nicht die glaubhaften Vertreter für ein Basler Bier, sagt der administrative Leiter der Braucherei Locher, Aurèle Meyer, gegenüber der «bz Basel». Man wolle jetzt vor allem die letzten Lagerbestände verkaufen.

Viel lokales Bier auf dem Markt

Der Konkurs von «Em Basler sy Bier» kommt für den Gründer des Oberwiler Biers Waldschlössle, Pascal Ryf, nicht überraschend. Es gäbe bereits sehr viel lokales Bier auf dem Markt. Hat man aber eine gewisse Grösse erreicht, müsse man Geld in eine eigene Produktionsanlage investieren oder aber extern brauen lassen.

Diesen Schritt erfolgreich getan hätten die Marken Ueli Bier und Unser Bier. Es sei nicht einfach, als lokaler Anbieter mit diesen grossen Playern mitzuhalten, so Ryf gegenüber der «bz Basel». Auch das «Basiliskbier» sei so untergegangen.

2 Kommentare

  1. Schade, dass die Journalisten sich nicht ein bisschen umhören, sondern unbesehen die Sicht von Herrn Vonder Mühll übernehmen. Es wäre doch interessant zu erfahren, warum das Lebensmittelinspektorat auf Etikettenschwindel kam. So oder so: Dieses Bier brauchte es nicht und wird in Basel niemandem fehlen. Spannend auch die Geschichte mit dem Rotlichtmilieu. Irgendwie muss man sich ja dort bewegen, wenn man dort soviel Geld verliert. Ich jedenfalls würde das nicht an die grosse Glocke hängen.Report

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