(Symbolbild: Keystone)

Basel

Ich brauche psychologische Hilfe!

Einen Psychologen aufzusuchen, ist für die meisten Jugendlichen unvorstellbar. Der «World Mental Health Day» versucht dies zu ändern.

Ein neuer Job, ein Schulwechel, Umzüge oder andere Wechsel im Alltag können bei Jugendlichen Stress verursachen. In jungen Jahren hat man des öfteren Mühe, mit Stress umzugehen. Wenige ziehen es jedoch in Erwägung, professionelle Hilfe aufzusuchen.

Die Hälfte der psychischen Belastungen beginnen im Alter von 14 Jahren

In der Pubertät versucht man, sich selbst zu finden. Bei vielen ist dieser Altersabschnitt von Unsicherheit, Angst, Scham und Unwissen geprägt. Wenn ein Problem auftritt, weiss man nicht, ob man dies Freunden anvertrauen kann, und mit den Eltern will man erst recht nicht reden, denn die verstehen ja die jugendlichen Probleme nicht.

Man tendiert dazu, seine Probleme und Unsicherheiten in sich hineinzufressen. Dies kann unbemerkt Depressionen verursachen und zu überdurchschnittlichem Alkoholkonsum oder zu Drogenproblemen oder Essstörungen führen. Die zweitgrösste Todesursache bei 15 bis 29-Jährigen ist von Depressionen verursachter Suizid.

Hilfe suchen, bevor es zu spät ist

Jährlich setzt sich am 10. Oktober die World Health Organisation beim «World Mental Health Day» dafür ein, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen, klar zu machen, dass es nichts Schlimmes ist, Hilfe zu suchen. Das Ziel des jährlichen Erinnerungstages ist es, Menschen dazu aufzurufen, rechtzeitig professionelle Hilfe zu holen.

Die wenigsten Jugendlichen trauen sich, einen Besprechungstermin bei einem Psychologen zu vereinbaren. Gründe dafür sind zum einen Scham, zum anderen denkt man: «Ich bin doch nicht verrückt oder psychisch krank! Ich brauch keinen Psychologen. Das ist ja mega peinlich». Doch es ist weder peinlich noch schlimm, einen Psychologen aufzusuchen.

Tabu-Thema

Jugendliche fühlen sich oft allein mit ihren Problemen und haben das Gefühl, die einzigen zu sein, die sich so fühlen. Folglich will man nicht die einzige Person im Freundeskreis sein, die einen Psychologen aufsucht. Doch des öfteren begeben sich Personen in Behandlung, sprechen jedoch nicht darüber, also weiss keiner davon.

Immer mehr internationale Stars wie Selena Gomez, Demi Lovato, Lady Gaga oder Aimee Song berichten öffentlich über ihre regelmässigen Besuche bei einem Spezialisten. Somit wollen sie ihren Fans klar machen, dass es okay und menschlich ist, dies zu tun.

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