Die Aviatik-Ausstellung zur Geschichte der Luftfahrt in der Dreiländerregion weckt Erinnerungen. (Bild: EuroAirport)

Region

Ein Flug in die Vergangenheit

Seit Anfang September können Flugzeug-Fans im Rathaus von Saint-Louis die Geschichte der Luftfahrt in der Dreiländerregion hautnah erleben.

Jeder kennt ihn und für viele ist er das Tor nach Europa und die Welt: der EuroAirport. Seiner langen Geschichte widmet sich seit Anfang September die Ausstellung «Menschen und Flugzeuge: Destination EuroAirport» im Rathaus von Saint-Louis. Organisiert wurde das Ganze vom Verein «Société d’Histoire de Saint-Louis – Les Amis du Patrimoie», vom Trinationalen Förderverein für ein Museum des EuroAirport und der Luftfahrt (ATPMEA) in Zusammenarbeit mit dem EuroAirport und dem Archiv der Stadt Saint-Louis. Aufgrund des riesigen Interesses der Bevölkerung wurde diese jetzt sogar bis zum 13. Oktober verlängert.

Ein Düsentriebwerk in Originalgrösse

Besucherinnen und Besucher können in Saint-Louis mit rund 200 historischen Aufnahmen, Dokumenten, Objekten und Instrumenten in Erinnerungen schwelgen und die Geschichte der Luftfahrt in der Dreiländerregion hautnah erleben. Ein Highlight: ein Modell eines der ersten Düsentriebwerke aus dem Jahr 1950 im 1:1 Massstab. Ein Teil der gezeigten Stücke stammt aus der Sammlung des Schweizer Flugpioniers Werner von Arx.

Die ganze Ausstellung beweist, dass Basel bereits im 18. Jahrhundert eine wichtige Pionierrolle in der Luftfahrt spielte. So entdeckte der Basler Daniel Bernoulli schon 1738 die wissenschaftliche Grundlage der Hydrodynamik. Diese ermöglicht es den Flugzeugen bis heute überhaupt erst in der Luft getragen zu werden. Und der Franzose Jean-Pierre Blanchard war es, der mit einem Wasserstoffballon von Basel aus startete und 20 Minuten später in Hegenheim landete.

«Das Wunder von Blotzheim»

Bereits 1920 erhielt Basel auf dem Sternenfeld in Birsfelden seinen ersten Flughafen. Dieser musste allerdings später dem dortigen Kraftwerk weichen. Um einen Ersatz im Grenzgebiet zwischen Allschwil und Hegenheim zu finden, wurden nach dem Zweiten Weltkrieg Verhandlungen mit Frankreich aufgenommen. Da die Flugzeuge immer grösser und schwerer wurden, beschloss man schliesslich, den Flugplatz weiter nördlich zu bauen. «Das Wunder von Blotzheim» war dann bereits im Mai 1946 betriebsbereit. Flugzeuge landeten damals auf Metallpisten aus alliierten Kriegsbeständen, von denen ein Element ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist.

Seit 1949 heisst der Flughafen «EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg». Die Ausstellung in Saint-Louis zeigt die geschichtliche Entwicklung Jahr für Jahr anhand französischen und schweizerischen Persönlichkeiten. Ausserdem werden die Fluggesellschaften vorgestellt, die den EuroAirport zu dem gemacht haben, was er heute ist.

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