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Beitrag in den Telebasel News vom 26. September 2018.
Basel

«Auf dem Strassenstrich ist es gefährlich»

Prostituierte und Bordell-Betreiber gingen am Mittwoch gemeinsam auf die Strasse. Sie kämpften für bessere Arbeitsbedingungen im Basler Milieu.

Es war ein ungewohntes Bild, das sich am Mittwoch in der Basler Innenstadt zeigte. Bordell-Besitzer und rund 20 Prostituierte gingen gemeinsam auf die Strasse und kämpften für bessere Arbeitsbedingungen im Basler Milieu. Die Aktion stand unter dem Motto «Klare und transparente gesetzliche Grundlagen für Erotikdienstleisterinnen». 

In die Illegalität gedrängt

Zur Verantwortung gezogen werden sollen die Behörden des Kantons Basel-Stadt. Diese sollen sicherstellen, dass bewilligte Arbeitsplätze des Milieus erhalten bleiben. Denn nur gemeldete Etablissements garantierten einen sicheren Schutz für Prostituierte, aber auch für die Öffentlichkeit.

Das Problem: Durch die Verdrängung aus der Stadt werden Sexarbeiterinnen in die Illegalität gedrängt. Das ist für die Frauen nicht tragbar. «Ich arbeite lieber in einem Studio mit Bewilligung. Auf den Strassenstrich gehe ich nicht», erzählt Vanessa. Sie musste Basel verlassen, weil ihr Studio geschlossen wurde. Jetzt arbeitet sie in Luzern. «Auf dem Strassenstrich ist es gefährlich. Dort gibt es keine Sicherheiten und keine Kontrolle». Am liebsten hätte Vanessa in Basel ihr eigenes Studio.

Rechtliche Lage unklar

Der Strassenstrich in Ochsengasse und Co. präsentiere nur einen Teil davon, was das Milieu eigentlich ist. Der Grossteil des Sexgewerbes in Basel sehe anders aus. Auch die rechtliche Lage der Bordelle im Kanton sei alles andere als klar. Grundsätzlich braucht es in Basel keine Bewilligung, um Salon-Prostitution zu betreiben. Die Regierung spricht von einem «liberalen Modell der erlaubten Prostitution mit Verbotsvorbehalt».

Seit aber für den Betrieb eines Bordells eine Umnutzung via Baubewilligungsverfahren erforderlich ist, mussten zahlreiche Salons schliessen.

Geschützte Etablissements gefordert

Das geht nicht, findet Hardy Kaiser. Er vermietet Gewerbeimmobilien, auch an Rotlichtbetriebe. «Basel sollte an gewissen Standorten Schutz-Etablissements bieten und dafür auch die Verantwortung tragen», erklärt er. Dies vor allem, damit die Frauen nicht auf die Strasse gehen oder auf Eigenverantwortung in eine Wohnung ziehen müssen.

Er selber wollte bereits auf dem Dreispitz Areal Immobilien als Etablissements vermieten. Aber nach diversen Baueingaben scheitere es daran, dass die Christoph Merian Stiftung die Unterschrift verweigert hatte, erzählt Kaiser. «Das ist schade, denn im Gewerbegebiet, bei Gewerbegleichheit, sollte das Rotlicht auch eine Chance haben».

Mehr dazu in den Telebasel News vom 26. September 2018 um 18:30 Uhr und ab 19 Uhr stündlich. 

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