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Seit 1. Juni 2018 im Amt: Bettina Bühler (Bild: zVG).
Basel

Kriegen Sie manchmal eine Wut auf die Männer, Frau Bühler?

Schwierige Aufgaben ist sie sich gewohnt: Am 1. Juni übernahm Bettina Bühler die Leitung des Frauenhauses. Dort finden gewaltbetroffene Frauen Zuflucht.

Der Begriff «starke Frau» wurde sehr häufig in den Medien eingesetzt. Bei Bettina Bühler muss er zu treffen. Das zeigt ihr Lebenslauf. Da steht: «Planung und Durchführung von Nothilfe- sowie Wiederaufbauprojekten nach Grosskatastrophen im Irak, Mosambik, Iran, Sri Lanka, Pakistan, Myanmar, China und Zimbabwe». Das war in den 2003 bis 2009, als Bettina Bühler für die Caritas als Programmverantwortliche und stellvertretende Leiterin Abteilung Katastrophenhilfe tätig war.

Später führte sie – auch für Caritas – in Leitungsfunktion die Entwicklungsprogramme in Afrika, Lateinamerika und der Karibik. Es galt für 19 Länder, Strategien zu entwickeln und umzusetzen. Dazu gehörten auch die Mittelbeschaffung und Personalführung. Bühlers Budget-Verantwortung damals: 20 bis 23 Millionen Franken. Während und nach dem Kosovokrieg 1999 leitete sie eine Notunterkunft für 4‘000 kosovarische Flüchtlinge in Albanien. Bühler muss viel Leid gesehen haben.

Zuflucht für 60 Frauen und 50 Kinder

Jetzt kümmert sich die gebürtige Baslerin, die als Lehrerin begann und sich Diplome in Betriebswirtschaft, Leadership, Management erarbeitete, um geschlagene und missbrauchte Frauen und Kinder, die im Frauenhaus Zuflucht suchen. Das Frauenhaus beider Basel wurde im Juni 1981 eröffnet. Der Standort wird nicht öffentlich bekannt gegeben – zum Schutz der Frauen. Vor ihren gewalttätigen Männern, Partnern oder sonstigen Familienangehörigen. Mehr als 60 Frauen und 50 Kinder finden jedes Jahr in der Institution Schutz, Beratung und Unterkunft. «Weggehen ist möglich!», schreibt das Frauenhaus als Ermutigung, auch als Slogan auf seiner Website.

24 Stunden-Betrieb

Betroffene Frauen können sich jederzeit abholen lassen. Das Frauenhaus ist ein 24-Stunden-Betrieb. Mitarbeiterinnen (nur Frauen) stehen die ganze Zeit über für die Betreuung zur Verfügung. Auch junge Frauen ab 18 Jahren, welche von einer Zwangsheirat bedroht sind, finden im Frauenhaus vorübergehend Unterkunft und Hilfe. Der Aufenthalt während der ersten 21 Tage ist kostenlos, danach werden die Frauen mit geregelter Arbeit oder mit guten Vermögensverhältnissen aufgefordert, sich an der Deckung des Aufwandes zu beteiligen. Getragen wird das Frauenhaus von einer gemeinnützigen Stiftung.

Im Talk: Bettina Bühler, neue Geschäftsleiterin des Frauenhauses beider Basel, ab 18.40 Uhr.

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