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Der Telebasel Report vom 19. September 2019.

Basel

Report: So geht es Drohnen-Spannern an den Kragen

Über 100‘000 Drohnen schwirren am Schweizer Himmel. Immer mehr Menschen fühlen sich belästigt. Der Report zeigt, wie man sich wehren kann.

Es ist Sonntagmorgen, ein herrlicher Spätsommertag beginnt. Grossrätin Michelle Lachenmeier sitzt gemütlich auf dem Balkon und liest Zeitung. Plötzlich taucht ein surrendes Ungestüm auf: «Eine Drohne schwebte direkt vor meinem Balkon umher. Das war sehr unangenehm, ich fühlte mich beobachtet», erinnert sich Lachenmeier. «Mein Balkon ist meine Intimsphäre. Was ich am Sonntagmorgen hier tue, geht niemanden etwas an».

Grossrätin Michelle Lachenmeier wird auf ihrem eigenen Balkon von einer Drohne belästigt (Symbolbild: Telebasel)

Belästigungen nehmen zu

Ihr Erlebnis teilt sie in den sozialen Medien. Prompt erhält sie dutzende Nachrichten von Menschen, denen es gleich erging: «Anscheinend bin ich nicht die Einzige, die von Drohnen belästigt wird», stellt Lachenmeier fest. Sie fragt bei der Regierung schriftlich an, ob man Handlungsbedarf sehe. Ob eine allfällige Melde- bzw. Registrierungspflicht helfen könnte, die Belästigungen in den Griff zu bekommen.

Die Antwort der Regierung steht noch aus. Jedenfalls sind ihr für einmal die Bundespolitiker zuvorgekommen: Bereits Mitte September hat das Parlament nämlich beschlossen, dass künftig alle Drohnen registriert werden müssen.

Über 100’000 Drohnen gibt es schätzungsweise in der Schweiz. Immer öfter werden damit auch private Gärten ausspioniert. (Bild: Telebasel)

Lösung stösst auf viel Wohlwollen

Sowohl beim Bund, wie auch bei professionellen Drohnenpiloten scheint der Vorschlag gut anzukommen: «Eine Registrierungspflicht finde ich super. So kann man auch dafür gerade stehen, wenn man einen Schaden verursacht hat», sagt etwa Thomas Glaser, der beruflich regelmässig Drohnenaufnahmen macht. Er ist auch einer der wenigen, die sich bewusst zu erkennen geben: «Ich trage immer eine Leuchtweste, die mich als Piloten der Drohne erkenntlich macht. Auch meine Drohnen sind markiert».

So habe er ausser ein paar mürrischen Blicken eigentlich noch nie Probleme gehabt. Dorn im Auge seien eher die Hobby-Piloten, die sich kaum um die gesetzlichen Bestimmungen kümmern und oftmals gar nicht wüssten, was erlaubt sei und was nicht: «Das rückt dann natürlich auch uns professionellen Piloten in ein schlechtes Licht», bedauert Glaser.

Die Drohnen von Thomas Glaser sind alle mit Web-Adresse und Telefonnummer versehen. (Bild: telebasel)

Registrierungspflicht als erster Schritt zu U-Space

Die Registrierungspflicht ermöglicht es künftig, fehlbare Drohnen mit ihren Besitzern in Verbindung zu bringen. Dies jedoch hilft nicht in allen Fällen. Im Fall Lachenmeier nämlich, wäre es trotzdem nicht zu einer Anzeige gekommen. Rein äusserlich ist nämlich nicht ersichtlich, wem eine Drohne gehört.

Dafür bräuchte es ein Abgleich der Seriennummer, den man vielleicht bei einem Absturz vornehmen könnte. Solange die Drohne noch in der Luft ist, geht das natürlich nicht. Dem ist sich auch der Bund bewusst: «Im Moment ist es oftmals noch nicht möglich, die Besitzer der fehlbaren Drohnen ausfindig zu machen», sagt Urs Holderegger, Leiter Kommunikation beim Bundesamt für Zivilluftfahrt. Deshalb arbeite man bereits mit Hochdruck an einem System namens «U-Space».

Thomas Glaser bei einem Einsatz im Liestaler Stedtli. Wer professionell arbeite, habe bei einer Registrierungspflicht nichts zu befürchten, sagt er. (Bild: Telebasel)

Elektronische Luftraumüberwachung der Zukunft

Künftig soll jede Drohne serienmässig mit einem Chip ausgestattet sein. Über eine App müsse man dann jeden Flug anmelden. So werde die Drohne sowohl für die Flugraumsicherung, wie auch für andere Drohnenpiloten sichtbar. Kollisionen am Himmel mit anderen Luftfahrzeugen können so künftig wirkungsvoll verhindert werden.

Aber auch für genervte Hauseigentümer bringt «U-Space» Erleichterung: Dank des eingebauten Chips kann die Polizei künftig bei einer Anzeige konkret nachvollziehen, welche Drohne von welchem Besitzer zum fraglichen Zeitpunkt über einem Grundstück geflogen ist. Somit könnten Anzeigen in Zukunft endlich faktenbasiert bearbeitet und Sünder bestraft werden. Eingeführt werden soll «U-Space» gemäss BAZL bereits 2019. Grossrätin Michelle Lachenmeier dürfte es freuen.

Drohnen-Flugverbote unter Druck

Mangels rechtlicher Handhabe haben einige Baselbieter Gemeinden bereits heute Flugverbote für Drohnen über ihrem Siedlungsgebiet beschlossen. Das BAZL mahnt nun aber die betroffenen Gemeinden zur Vorsicht, denn für ein solches Verbot fehle es an einer rechtlichen Grundlage. Der Luftraum, so das BAZL, sei grundsätzlich Bundesrecht und nicht Kompetenz der Gemeinden.

Beitrag in den Telebasel News vom 19. September 2018:

2 Kommentare

  1. Finde dieser Artikel wieder komplett daneben, weil mit einer Drohne kan man nicht Spannern.
    Auch will niemand einander auspioniern.
    Und wen dan nicht so,…
    Diese Frau sollte ihren Nachbar ansprechen und das Gespräch suchen. Vielleicht waren es Kinder die gespielt haben.
    Wir haben dazumal mit Auto und Fahrzeuge gespielt heute Quadrocopter.
    Bin gegen mehr Gesetze weil was bringt es?
    Willkommen im 2018. Google Earth lässt grüssen.Report

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