Das Basler Milieu hat eine Protestaktion für den 26. September angekündigt. (Bild: Keystone)

Basel

Prostituierte gehen gegen Bordell-Schliessungen auf die Strasse

Immer mehr Bordelle in Basel kämpfen um ihre Bewilligung. Am 26. September wollen Prostituierte und Bordell-Betreiber deshalb gemeinsam dagegen protestieren.

Das Milieu hat die Nase voll. Die angemeldeten Betriebe im horizontalen Gewerbe wollen jetzt gemeinsam auf die Strasse gehen, um gegen die Verdrängung aus der Stadt zu protestieren, wie «20 Minuten» berichtet. Die Frauen würden damit «in die Illegalität gedrängt», steht auf dem Demonstrationsaufruf, der «20 Minuten» vorliegt.

30 Damen nehmen teil

«Es werden gegen die 30 Damen an der Demonstration teilnehmen», sagt der federführende Erotik-Portal-Betreiber Marco Block gegenüber «20 Minuten». Alle, die sich am 26. September Gehör verschaffen, stünden hinter der Protestaktion, betont er. Denn nur gemeldete Bordelle würden bewilligte Arbeitsplätze anbieten und für die Sicherheit ihrer Angestellten und der Öffentlichkeit sorgen.

Unklare Rechtslage

Die rechtliche Lage der Bordelle im Kanton ist alles andere als klar. Grundsätzlich braucht es in Basel keine Bewilligung, um Salonprostitution zu betreiben. Die Regierung spricht von einem «liberalen Modell der erlaubten Prostitution mit Verbotsvorbehalt».

So kämpft momentan zum Beispiel Basels grösstes Etablissement um seine Existenz. Die Baurekurskommission (BRK) ordnete an, dem FKK Basel die Betriebsbewilligung zu entziehen, nachdem die Anwohner zum wiederholten Mal gegen den Betrieb ankämpften – das Bordell sei nicht zonenkonform. Trotz des Rekurses (Telebasel berichtete) wird das Etablissement per Ende September nicht geschlossen. Der Club rekurrierte erneut – nun kommt der Fall vors Appellationsgericht.

Laut Anwalt Andreas Noll, der das FKK Basel vor Gericht vertritt, gäbe es in Basel nur wenige vollkommen legale Betriebe. Die grosse Mehrheit befinde sich im grauen Bereich. Solange sich niemand stört, werden die Etablissements geduldet. «Faktisch ist das ein Prostitutionsverbot mit Duldungsvorbehalt», meint Noll im Interview mit «20 Minuten».

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