Featured Video Play Icon
Der Telebasel Report vom 5. September 2018.

Basel

Wenn Büsis plötzlich Titel gewinnen

Katzen sind längst nicht mehr nur Liebhaber-Objekte. Sie gewinnen Titel. Sie hören Musik. Sie kommunizieren.

Sie rennen, tigern und hüpfen in der Weltgeschichte umher. Jungen Kätzchen öffnen mit ihrem unbeschwerten Spiel selbst dezidierten Katzenfeinden das Herz. Dass sie einem ständig in den Garten machen, das Auto «vertöpeln» oder vors Velo springen – für einen kleinen Moment vergessen.

Für einige Menschen in der Region sind Katzen aber mehr als nur kuschelige Mitbewohner. Sie züchten die Tiere. Sie gewinnen Titel mit ihren Katzen. Sie kommunizieren mit ihnen. Sie hören Musik mit ihnen.

Jööö! Ein siebenwöchiges Bengalen-Kätzchen beim Spielen. (Bild: Telebasel)

12 Katzen im Haushalt

Zum Beispiel Ruth und Hans Peter Lang. Die beiden züchten in ihrem Haus in Reinach Chartreux-Katzen. Über die Jahre sind es ganze zwölf Tiere geworden, die täglich gefüttert, gestreichelt und versorgt sein wollen: «Nun ja, die letzten Ferien sind doch schon eine Weile her», sagt Hans Peter Lang grinsend.

Mal einfach so übers Wochenende wegfahren: unmöglich. «Die Katzen sind unser Hobby, wir machen das gerne», sagt Ruth Lang. Ruth ist gleichzeitig Präsidentin des Katzenclubs beider Basel. Sie stellt fest: Immer weniger Menschen in der Region sind bereit, diesen Aufwand auf sich zu nehmen: «Im Moment haben wir rund 60 Mitglieder im Verein. Aber nicht alle züchten aktiv. Grundsätzlich sind es immer weniger Leute, die Katzen züchten».

Bei 12 Katzen herrscht ein regelrechtes Gedränge am Futternapf. (Bild: Telebasel)

«Geld verdient man als Züchter kaum»

Die Frage ist berechtigt, wieso jemand freiwillig auf Ferien und Spontanität verzichten soll. Ist es des Geldes wegen? «Nein, Geld verdient man als Züchter kaum. Normalerweise kommt man gerade so raus», sagt Nicole Nein. Sie züchtet mit ihrem Partner Bengalen-Katzen auf dem Bruderholz. Entsprechend auch der Name ihrer Cattery: «Brotherwood».

Ein bis zwei Würfe à vielleicht vier, fünf oder sechs Kätzchen gäbe es pro Jahr: «Ein Kätzchen verkaufen wir für 1600 Franken, mit Stammbaum und entwurmt», sagt Nicole Nein. Das töne nach viel, die Kosten jedoch seien ebenfalls hoch: «Die ganzen Tierarztkosten sind extrem hoch. Dann das Futter, die Gehege, Katzensand und und und». Nein, des Geldes wegen würden sie beide nicht züchten: «Mir gefällt einfach die Herkunft der Bengalen, dieses katzige und doch zahme».

Main-Coon-Katzen gehören zu den grössten Hauskatzen der Welt. Dieser zehnwöchige Spross ist aber noch weit davon entfernt. (Bild: Telebasel)

Katzenzucht: Mehr als nur Hobby?

Ähnlich klingt es bei Viola G. Stücklin aus Liestal. Auch ihre Main-Coon-Zucht sei sicherlich kein Goldesel. Wenn sie Glück habe, blieben am Ende ein paar hundert Franken übrig. Auch sie gibt an, aus reiner Liebe zu den Tieren zu züchten.

Auffallend: Sowohl Viola G. Stücklin wie auch die anderen genannten Züchterpaare leben kinderlos. Zufall? «Wohl kaum», sagt Viola G. Stücklin: «Für mich sind meine Katzen ganz klar ein Kinderersatz. Liebe geben, sich kümmern, eine Aufgabe haben». Soweit will Beat Bähler, Partner von Nicole Nein nicht gehen: «Vielleicht nicht gerade Kinderersatz, aber es hat schon etwas». Für seine Frau hingegen ist der Fall klar: «Klar, die Kätzchen sind für mich wirklich wie meine Kinder».

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Auch interessant