Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 1. September 2018.

Baselland

Toter Hund: Familie kämpft um Genugtuung

Nachdem ihr Hund in Allschwil von einem Artgenossen getötet wurde, kämpfen die Besitzer bislang vergebens um eine Entschädigung.

Wie gewohnt machte sich Michael Vogt an einem Aprilabend auf zur beliebten Hundewiese Wegmatten. Dort liess er die beiden Familien-Fiffis herumspringen – die kleinwüchsige Hündin Pebble wie auch den grösseren Artgenossen.

Plötzlich näherte sich ein unbekannter Hund. Vogt vermutet, dass es sich um einen Podenco-Mischling handelt, möglicherweise mit einem Kampfhund-Einschlag. Erst beschnupperte er den grösseren Hund der Familie Vogt. Als der Fremde auch die kleine Pebble erblickte, geschah es wie aus heiterem Himmel: «Er biss gleich zu – in die Kehle», erinnert sich Michael Vogt.

Schwerer Schlag für die Familie

Pebble erlag schliesslich den Verletzungen. Das ging der Familie besonders nahe. «Anderthalb Tage kämpfte sie um ihr Leben und musste dann einfach aufgeben – das war ein wahnsinnig einschneidendes Erlebnis», sagt Claudia Vogt gegenüber Telebasel. «Hinzu kommt, dass es der Hund meiner verstorbenen Schwester war, den wir übernommen haben – das hat alles wieder aufgewühlt».

Als ob Pebbles Tod nicht schon genug belastend wäre: Die Familie Vogt hat bis jetzt noch keinen Rappen bekommen. Wie ihre Anwältin vorrechnete, hätte sie mit den Tierarztkosten, dem objektivem und Affektionswert der Hündin sowie mit einer Genugtuung etwa 11’000 Franken zugute. Zivilrechtlich liess sich die Sache nicht beilegen. Mehrere eingeschriebene Briefe an die Halterin des bissigen Hundes seien nämlich nicht beantwortet worden, wie Michael und Claudia Vogt erzählen. Erschwerend kommt hinzu, dass die quasi abgetauchte Besitzerin über keine Haftpflichtversicherung verfügt, obschon diese für Hundehalter vorgeschrieben ist.

Keine Haftpflicht-Versicherung

Wie aber ist ein solches Versäumnis möglich? Patrick Dill, Leiter der Allschwiler Gemeindeverwaltung, bedauert den Tod von Pebble. Gegenüber Telebasel sagt er, habe die besagte Halterin schon vor dem Vorfall wegen ihrer fehlenden Versicherung mehrere Mahnungen erhalten. Nachdem die Gemeinde bei ihr auf Granit biss, drohte sie ihr mit einer Verzeigung bei der Staatsanwaltschaft und dem Veterinäramt.

Offenbar hat dies nichts genützt. «Das Problem ist, dass die Gemeinde mit diesen Aktionen ihre Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um sicherzustellen, dass die Haftpflichtversicherung vorhanden ist», sagt Dill. Der Ball liege daher nun beim Veterinäramt. Dieses entscheidet darüber, ob der Hund beschlagnahmt wird, will aber auf Anfrage von Telebasel keine Auskunft über einzelne Fälle geben.

«Nächstes Mal ist es vielleicht ein Kind»

Unterdessen hat die Familie Vogt auf Anraten der Anwältin eine Strafanzeige gegen die Hundehalterin eingereicht. Wie Claudia Vogt festhält, sei es für sie auch wichtig, Akteneinsicht zu bekommen, um zu wissen, ob der bissige Hund noch frei rumlaufen darf. «Wir möchten nicht, dass sich das wiederholt, damit nicht noch ein Hund daran glauben – oder nächstes Mal ist es vielleicht ein Kind».

8 Kommentare

  1. Es geht nicht um das Thema “Kampfhund” (es ist egal um welche hunderasse es geht, zubeissen kann jeder) hier geht es darum, dass man einen Hund anmelden kann aber keine Versicherung vorweisen kann…. was beim halten eines hundes obligatorisch ist.Report

  2. 1. Eventuel kampfhund drin!?
    KAMPFHUND IST KEINE RASSE!!!!
    2. EIN HUND BEISST NICHT EINFACH ZU!!!
    3. WENN EIN HUND MAL BEISST WISO MUSS ES IMMER GLEICH EIN KIND ALS NÄCHSTES SEIN… IM DURCHSCHNIET BEISST EIN SOGENANTER PITBULL 6MENSCHEN IM JAHR EIN DACKEL HINGRGEN 16…

    WENN DU ALLS 150KG MANN EIN MENSCH SCHLÄGST TUTS SEHR WEE… WENN. DU ALS 50KG MANN EIN MENSCH SCHLÄGST TUTS NUR WEE…. IHR TUT SO ALS HÄTEN ALLE GROSSEN HUNDE BOXHANTSCHUE UND EIN KARATE GURT AN…. DAS SIND DIE LIEBSTEN UND GEDULDIGSTEN HUNDRR ÜBERHAUPTReport

  3. In diesem Beitrag geht es ja gar nicht um eine Schuldzuweisung. Die Schuld liegt sowieso beim Tierhalter, nicht beim Hund.

    Beängstigend finde ich, dass anscheinend nicht kontrolliert wird, ob der Hundehalter eine Haftpflichtversicherung hat, obwohl es gesetzlich vorgeschrieben ist. Das geht ja gar nicht!Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*