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Basel

Report: Wäre Genua-Katastrophe auch bei uns möglich?

Über 40 Tote, zahlreiche Verletzte – das ist die bittere Bilanz nach dem Brückeneinsturz in Genua. Wäre sowas bei uns auch möglich?

Sie gehören zum Stadtbild, wie das Joggeli oder das Münster: die Basler Rheinbrücken. Ob Mittlere-, Wettstein-, oder Johanniterbrücke – jedes Bauwerk für sich trägt zur Basler Identität bei. Was also, wenn eine dieser Brücken einstürzen würde? Ist das überhaupt möglich? Nach der Brücken-Katastrophe in Genua häufen sich die Fragen zum Zustand unserer Brücken.

Denn: Am Ende sind Brücken, gerade die für den Verkehr so wichtigen Autobahnbrücken, nicht nur eine Gefahr für Menschenleben, sondern auch für die gesamte Wirtschaft.

Die Johanniterbrücke in Basel wird regelmässig saniert. (Bild: Telebasel)

Regelmässige Inspektionen in der Region Basel

Richard Kocherhans, Leiter der Astra-Filiale Zofingen schätzt, dass beispielsweise ein Ausfall der Grenzbrücke zwischen Basel und Deutschland die hiesige Wirtschaft mehrere Millionen Franken kosten würde – täglich. Entsprechend regelmässig werden die Bauwerke in unserer Region auch gewartet: «Alle fünf Jahre gibt es eine Hauptinspektion. Visuell werden die Bauwerke jedes Jahr geprüft». Die gleichen Rhythmen fahren auch die Tiefbauämter Basel-Stadt und Baselland. So könne sichergestellt werden, dass allfällige Mängel frühzeitig erkennt würden, sagt etwa Drangu Sehu, Kantonsingenieur im Baselbiet.

Markus Kilchherr und Thomas Geiger vom Tiefbauamt BS inspizieren das Innere der Johanniterbrücke. (Bild: Telebasel)

Marodes Ergolz-Viadukt als Beispiel

So geschehen etwa beim Ergolz-Viadukt in Liestal. Nachdem man 45 Jahre lang keine Arbeiten am Viadukt vorgenommen hatte, bemerkte man 2016 den maroden Zustand des Viadukts. Sofort wurden Notfall-Massnahmen eingeleitet und die Brücke saniert. Die Behörden hätten nun rund 15 Jahre Zeit, um eine Total-Sanierung vorzubereiten.

Die Ingenieure scheuen jedoch jeglichen Vergleich mit der Brücken-Katastrophe in Genua: «Bevor wir nicht genau wissen, was passiert ist, sollten wir nicht spekulieren», sagt Sehu. Ob beispielsweise ein automatisches Alarmsystem, wie in den Gelenkköpfen der Grenzbrücke montiert, in Genua eine Katastrophe verhindert hätte, will Richard Kocherhans vom Astra nicht kommentieren. Er stellt einzig fest: Im Unterschied zu vielen anderen Ländern sei in der Schweiz eben nicht nur die Früherkennung von Schäden gesichert, sondern auch deren Finanzierung.

Das Ergolz-Viadukt zieht sich durch ganz Liestal. Spätestens in 15 Jahren muss es totalsaniert werden. (Bild: Telebasel)

Basler Brücken in gutem Zustand

Ganz generell seien die Basler Brücken in gutem Zustand, sagt Thomas Geiger, Leiter Infrastruktur beim Tiefbauamt. Gut drei Viertel sind in ‹gutem› oder ‹sehr gutem› Zustand gelistet. Auch die restlichen, mit leichten Schäden vermerkten Brücken seien jedoch weit davon entfernt, einsturzgefährdet zu sein, sagt Geiger. Im Baselbiet liegt der Anteil Brücken in ‹gutem› bzw. ‹sehr gutem› Zustand gar bei knapp 90 Prozent.

Wie eine solche Brücken-Inspektion abläuft und wieso sich die regionalen Ingenieure beinahe sicher sind, dass eine Katastrophe wie in Genua bei uns nicht möglich wäre, sehen Sie im Report vom 29. August 2018.

1 Kommentar

  1. Leider wurde vergessen, wie es mit der Wettsteinbrücke war. Die schlimmen Rostschäden sah man erst beim Abbruch. Es war eigentlich erschreckend. Zum grossen Glück gabs hier keinen Einsturz.Report

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