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Der «King of Pop» wäre 60

Die Nachricht von seinem Tod schockierte die Welt: Im Juni 2009 starb Michael Jackson im Alter von 50 Jahren. Heute wäre er 60 Jahre alt geworden.

Michael Jackson wäre am Mittwoch 60 Jahre alt geworden. Am 29. August 1958 wurde Jackson in Gary im US-Bundesstaat Indiana geboren. In aller Welt wird der runde Geburtstag gefeiert. Und: Der Kult um den  «King of Pop» geht auch neun Jahre nach seinem Tod weiter.

Zur  «Michael Jackson: The Diamond Celebration» in Las Vegas werden Jacksons Kinder Paris und Prince und seine Brüder Jackie, Tito und Marlon erwartet. Begleitend zu der Fan-Party führt der kanadische  «Cirque du Soleil» in der Casino-Stadt seine Michael Jackson-Show «One» auf. In Berlin feiert das Musical-Show “Beat It!” Premiere, passend zum Geburtstag des Pop-Idols.

(Video: Youtube)

Jacksons Nachlassverwalter planen für 2020 ein Musical am New Yorker Broadway. Als  «Birthday»-Tribut für den Schöpfer von Songs wie  «Thriller»,  «Bad»,  «Billie Jean»,  «Dangerous» und  «HIStory» sind TV-Dokus und Fan-Veranstaltungen geplant.

Fans erinnern an Jacksons Erbe

 «Er war der Grösste aller Zeiten und es wird niemals wieder jemanden wie ihn geben», schwärmt Michele Dickson in einem per E-Mail geführten dpa-Interview. Die 60 Jahre alte Australierin ist Mit-Verwalterin der Jackson-Fanwebsite MJJCommunity. Fans aus aller Welt posteten zu Michaels Geburtstag Fotos, Videos und Musik und tauschten sich in sozialen Netzwerken aus, um an das Leben und das Erbe des «King of Pop» zu erinnern, sagt die Lehrerin, die bereits 1969 zum Fan wurde.  «Ich sah damals seine Aufführung von ‘Who’s Loving You’ live in der Ed Sullivan Show mit den  «Jackson 5» und es war um mich geschehen, ich war Feuer und Flamme».

Würde Jackson noch leben – und hätte er 2009 seine geplanten Comeback-Konzerte in London gegeben – so wäre seine Karriere bestimmt wieder ins Rollen gekommen, glaubt Dickson. Heute würde er sicher seinen drei Kindern zum Erfolg verhelfen.

In Fussstapfen des Vaters

Sie treten tatsächlich in die Fussstapfen ihres Vaters. Tochter Paris ist Schauspielerin, Model und Sängerin. Als kürzlich ihre Grossmutter Katherine Jackson ein Konzert ihrer Band The Sunflowers besuchte, postete der mittlere Jackson-Spross auf Instagram ein Bild der Band zusammen mit der Oma. Prince Jackson hat schon Musikvideos produziert, der jüngste Sohn mit dem Spitznamen Blanket geht noch zur Schule.

Er war sieben Jahre alt, als sein Vater im Juni 2009 im Alter von 50 Jahren an einem tödlichen Mix von Medikamenten starb. Mitte Juli des gleichen Jahres sollte seine Comeback-Tour in London beginnen.

Bestverdienender toter Star

Seinen Erben bringt der  «King of Pop» weiter Millionen ein. Seit fünf Jahren führt er die Liste der bestverdienenden toten Stars an. Nach Schätzungen des Wirtschaftsmagazins  «Forbes» im Jahr 2017 waren es mit Plattenverkäufen, Einnahmen aus dem Musikrechte-Katalog und aus Shows über Jackson etwa 75 Millionen Dollar.

Und für Fans des  «King of Pop» dürfte es nur ein kleiner Dämpfer sein, dass sein Album «Thriller» kürzlich entthront wurde: Jahrzehntelang wurde  «Thriller» als das erfolgreichste Album bislang gefeiert, nun rückte  «Their Greatest Hits (1971-1975)» der US-Rocker The Eagles auf den ersten Platz.  «Thriller» wurde seit der Veröffentlichung 1982 rund 33 Millionen Mal verkauft oder online gestreamt, das Eagles-Album seit 1976 mehr als 38 Millionen Mal, wie der US-Verband der Musikindustrie RIAA kürzlich bekannt gab.

«Verlorene Kindheit»

Den Titel  «King of Pop» hatte sich Jackson übrigens selbst verliehen. Seine Moonwalk-Tanzschritte, Songs, Videos und die Bühnenspektakel stellten die Pop-Welt in den frühen 1980er Jahren auf den Kopf. Er war ein Kinderidol, das die gesamte Familie zu Stars machte; bereits als Knirps wurde er der Leadsänger der Jackson 5.

Später lamentierte der Musiker in TV-Interviews über seine  «verlorene Kindheit». Unter Tränen sagte er einmal: «Ich wollte immer nur ein ganz normaler kleiner Junge sein. Aber das Schicksal hat es anders gewollt.» Sein Vater, so Jackson,  «hat mir nie gesagt, dass er mich liebt».

1993 erzählte er im Interview mit Oprah Winfrey von Gewalt in der Familie. Patriarch Joseph Jackson, der seine Kinder einem harten Drill unterzog, war im Juni im Alter von 89 Jahren gestorben.

2010 wurde Jackson posthum mit einem Grammy für sein Lebenswerk geehrt. Zu Lebzeiten erhielt er 13 der begehrten Musik-Trophäen. 1984 war er der erste Künstler, der auf einen Schlag acht Preise in einer Nacht abräumte.

Image bekam Kratzer

Später bekam das Image des Mega-Stars Kratzer: Abgesagte Konzerte, Zusammenbrüche auf der Bühne, bizarre Auftritte: Statt Musik produzierte “Whacko Jacko» (verrückter Jacko) Schlagzeilen, die mit seinem Aussehen zu tun hatten. Die ihm nachgesagten Schönheits-Operationen liessen ihn wie ein Kunstprodukt aussehen. Über die beiden Ehen, erst mit Lisa-Marie Presley, dann mit der Krankenschwester Debbie Rowe, der Mutter seiner beiden älteren Kinder, wurde wenig bekannt.

In Kalifornien lebte Jackson auf dem riesigen Neverland-Anwesen, nach dem Nimmerland seiner geliebten Märchenfigur Peter Pan benannt. 1993 erklärte ein 13-jähriger Junge, in Jackson-Schlafzimmer Opfer sexueller Übergriffe geworden zu sein.

Der Star bestritt das konsequent und einigte sich mit der Familie des Jungen auf eine Abfindung in Millionenhöhe. Ähnliche Beschuldigungen eines Teenagers führten 2005 zu einem  «Jahrhundertprozess», der mit einem für Jackson triumphalen Freispruch in allen Anklagepunkten endete.

Zehn Wochen nach seinem Tod wurde Jackson in einem Mausoleum auf dem Forest Lawn Friedhof in Glendale nahe Los Angeles bestattet. Seine Fans halten ihm die Treue.  «Was ich am meisten an ihm schätze, ist seine Fähigkeit zu lieben und sein wohltätiges Herz», sagt Michele Dickson. «Durch seine Kinder, seine Fans und seine Musik wird er ewig weiterleben.»

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