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Unter Erfolgsdruck: Luca Urgese, Parteipräsident FDP Basel-Stadt (Bild: zVg)
Basel

FDP-Kessler: Wie passt das, Herr Urgese?

Mit der Drogenlegalisierung hat die Basler FDP für Schlagzeilen gesorgt. Aber was, wenn die FDP-Wähler gar keine Legalisierung der Drogen wollen?

Luca Urgese steht unter Druck. Der Nationalratssitz, der bei den Wahlen 2015 verloren ging, muss zurück. Dies hat den Basler FDP-Präsidenten schon zur Idee verleitet, die parteipolitisch völlig unerfahrene Moderatorin und Kolumnistin Tamara Wernli für eine Kandidatur anzufragen. Hauptsache populär? Gar eine Verhöhnung der Politik?

Der grüne Kantonsrat in der Parkplatz-Partei

Wen hat Urgese seit den letzten Wahlen sonst ins Medienlicht rücken können? Eigentlich nur Thomas Kessler. Auch er ist ein Star-Import, wenngleich mit ungleich kompetenterem und eloquenterem Profil als Wernli.

Als ehemaliger Drogendelegierter oder einstiger Integrationsbeauftragter hat er von Basel-Stadt aus die nationale Politik bis in die heutigen Tage mitgeprägt. Kessler wurde von der FDP zur Mitarbeit an der «Liberalen Denkfabrik» angefragt. Jetzt will der frühere grüne Kantonsrat in den Nationalrat für die Basler Partei , die – auch im aktuellen Parteiprogramm – den Bestand oberirdischer Parkplätze wie eine bedrohte Tierart verteidigt. Oder, die das Kaserne-Projekt, für das Thomas Kessler als Stadtentwickler zuständig war, abschiessen wollte.

Kessler und die FDP: zusammen berühmt

Sein offizielles «Ja, ich will» für die Nationalratskandidatur fiel zeitlich genau zusammen mit dem grössten Schlagzeilen-Gewitter, das die Basler Partei seit Jahren ausgelöst hat: Sie beschloss letzte Woche ein Parteiprogramm, das auf Antrag von Kessler eine totale Drogenlegalisierung fordert. Den Scoop mag man der Partei ja gönnen. Thomas Kessler und die Basler FDP haben sich jetzt gemeinsam als Team berühmt gemacht.

Nur, passt das Setting? FDP Schweiz-Präsidentin Petra Gössi lehnt eine Drogenlegalisierung ab, mit ihr auch Parteiprominente wie Christian Wasserfallen. Welches Standing hätte Thomas Kessler in einer solchen Fraktion?

Das Wort «Frau» im Parteiprogramm

Geht die Basler FDP zusammen mit der SVP in den Wahlkampf für die Nationalratswahlen 2019? Ginge es überhaupt anders? Es passte ja in substantiellen Punkten. Aber würden die Wähler der Volkspartei Thomas Kessler unterstützen, sofern dieser am FDP-Parteitag vom 16. Oktober 2018 nominiert würde?

Gehört es zu den Leitanliegen der Basler FDP-Wählerinnen und -Wähler, dass Drogen legalisiert werden? Steht das forsch Progressive einer völligen Legalisierung, für deren Erfolg es weltweit keine Beispiele gibt, nicht in merkwürdigem Gegensatz zu einer Partei, in deren aktuellem, 19-seitigem Parteiprogramm das Wort «Frau» genau ein einziges Mal vorkommt?

Im Talk vom 27. August 2018 bezieht FDP-Präsident Luca Urgese stündlich ab 18:40 Stellung.

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