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Der Telebasel Talk vom 23. August 2018.
Basel

Samuel Buri: 82 Jahre alt und voll im Saft

Samuel Buri schenkt dem Basler Kunstmuseum zwei Bilder, und das Kunstmuseum zeigt Buri-Werke. Das war sogar dem «Blick» eine Meldung wert. Im Talk ab 18.40 Uhr.

Die erste Frage im Talk müsste eigentlich lauten: Herr Buri, was ist das Geheimnis Ihrer Vitalität und Schaffenskraft? Samuel Buri, der am 27. September 83 Jahre alt wird, ist «voll im Saft». Seine aktuelle Performance in Basel dürfte manche jüngere Kollegin, manch jüngeren Kollegen neidisch machen. Gleich zwei renommierte Häuser zeigen seine Werke: Das Basler Kunstmuseum (ab 23. August) und die Galerie Carzaniga seit Samstag, 18. August.

Fast 40 Buri-Werke aus den letzten drei Jahren

Die Galerie Carzaniga präsentiert in einer Einzelausstellung 70 Werke (siehe Bildstrecke im Link), über die Hälfte davon stammt aus den letzten drei Jahren. Andere Künstler werden in der Reife immer abstrakter, Buri nicht. Seine neusten Bilder zeigen in fast naiver Gegenständlichkeit Chalets, ein Mädchen mit einem Hasen, Kühe auf der Weide, Stilleben von Blumen – aber in der ureigenen, den Betrachter fast einsaugenden Farbgewalt Buris. «Der grösste Schweizer Kolorist – es gibt fast keinen Schweizer Maler, der so virtuos mit Farben umgeht», sagt der Galerist Markus Rück von der Basler Galerie Carzaniga.

Und Buri lebt gut mit seiner Kunst. Werke auf Leinwand können bis zu 30’000 Franken kosten. Sie verkaufen sich gut. «Den Leuten gefallen die Sujets. Buri malt – ich meine das nicht abwertend, im Gegenteil! – dekorativ, und das sehr gekonnt», so Rück von der Galerie Carzaniga.

Helfenstein: «Buri geht lustvoll mit Farbe um»

Eine Fokus-Ausstellung widmet wie erwähnt das Basler Kunstmuseum dem Künstler. Josef Helfenstein auf die Telebasel-Frage, warum Buri immer noch spannend sei: «Mich frappiert an Samuel Buris Werk, wie klug und doch lustvoll er mit Farbe umgeht. Er hat seine eigene Position entwickelt und gefunden, obwohl er immer mit offenen Augen und Ohren durch die Welt ging und sowohl von Sam Francis wie von Claude Monet gelernt hat.»

Samuel Buri hat dem Kunstmuseum zwei Bilder, das bedeutende Frühwerk zur Burgunderbeute von 1963 (siehe oben) sowie ein weiteres Gemälde, in einer Schenkung überlassen, und ergänzt damit den Bestand in «markanter Weise», wie das Kunstmuseum ausführt.

Medientext: Aus Anlass dieser Schenkung präsentiert das Kunstmuseum Basel die Gemälde im Kontext weiterer Werke Buris aus der Sammlung sowie aus dem Besitz des Künstlers. Arbeiten von Künstlern aus seinem Umfeld, beispielsweise seiner Lehrer an der Basler Allgemeinen Gewerbeschule, ergänzen die Präsentation. Fokus Samuel Buri erzählt damit ein spannendes Kapitel der Basler Kunstgeschichte des vergangenen Jahrhunderts mit Werken von Franz Fedier, Lenz Klotz, Martin Christ und der Gruppe Rot-Blau.

Künstler Samuel Buri über die Schenkung: «In Anerkennung der neuen Wertschätzung und Präsentation der Basler Malerei im Kunstmuseum habe ich eine Schenkung von meinen früheren Werken angeboten. Dies auch, um meine in der Sammlung befindliche Werkgruppe
abzurunden. Dass daraus ein Saal mit Fokus Samuel Buri entstanden ist, ehrt und freut mich.»

Die Ausstellung im Kunstmuseum Basel dauert bis am 11. November, die in der Galerie Carzaniga noch bis zum 20. Oktober.

Im Talk Samuel Buri, ab 18.40 Uhr.

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