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Der Telebasel Newsbeitrag vom 18. August 2018.

Basel

Weltrekord mit gespendeter Niere

Das Universitätsspital Basel blickt auf eine Erfolgs-Geschichte: Der längst-lebende Mann mit fremder Niere wurde hier operiert.

1968 wurde am Basler Universitätsspital (das damals noch Bürgerspital hiess) eine Niere transplantiert, deren Empfänger auch nach 50 Jahren noch lebt. Medizinisch gesehen ist das Weltrekord. Kein anderer Mann lebte derart lange mit eingepflanzter Niere. Walter Thalmann litt damals als 24-jähriger unter Schrumpfnieren, die seinen baldigen Tod bedeutet hätten. Doch der heute 74-Jährige hatte enormes Glück: Nur einen Tag, nachdem ihm die Nieren herausoperiert wurden, fand sich schon ein Spender  –  ein tödlich verunglückter Velo-Fahrer.

«Lucky Punch»

Das Unispital stellte an der Medienkonferenz auch Ruth Peters vor, die seit 40 Jahren mit einer fremden Niere lebt. Sie sei sehr glücklich und dankbar, versichert sie.  Normalerweise funktionieren transplantierte Nieren etwa 10 Jahre. Weshalb es bei Peters und Thalmann viel länger funktioniert, führt der Chefarzt für Transplantations-Immunologie, Jürg Steiger, auf glückliche Umstände zurück, den «lucky punch». Die geschenkten Nieren passten offenbar gut zu den Empfängern, und deren Körper habe das fremde Gewebe kaum abgestossen.

Unveränderte Operations-Technik

Die erste Nieren-Transplantation fand 1954 in den USA statt. Die erste solche Operation in der Schweiz fand 1964 in  Zürich statt. Basel folgte 1966. Jürg Thalmann sei die neunte Nieren-Transplantation in Basel gewesen, so Steiger. Damals wussten die Ärzte noch wenig. Die Operation selber wird auch heute noch genau gleich gemacht wie vor über 50 Jahren, sagt Jürg Steiger. In Basel gäbe es etwa 70 Nieren-Patienten pro Jahr. Verändert hätten sich Medikamente und die Nachbehandlung nach der Operation.

Nierenspender fehlen

Damals wie heute fehlen Organ-Spender. Laut Statistik wurden 2017 ungefähr 350 Nieren transplantiert. Die Warteliste ist mit 1’561 Patienten fast fünf Mal so hoch. Bei den sogenannt Lebend-Spenden sei die Schweiz zwar europaweit Spitzenreiter, sagt Uni-Professor Jürg Steiger; bei den Organspenden nach dem Tod liege die Schweiz bei der Spendenfreudigkeit jedoch ganz hinten. Wer eine Niere benötige, müsse deswegen 3-4 Jahre warten.

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