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Der Telebasel News Beitrag vom 17. August 2018.

Basel

Trotz Traditionsbrüchen: Frau Fasnacht stirbt nie

Die hochgekochte Aufregung um die «Negro Rhygass» ist nichts Neues. Die Geschichte der Fasnacht ist gespickt mit Kontroversen und Veränderungen.

Seit Tagen bewegt die Aufregung um die Embleme und Namen der Guggenmusiken «Negro Rhygass» und «Mohrekopf» die Gemüter. Einzelne Stimmen finden, das seien alte Zöpfe und nicht mehr zeitgemäss. Andere fürchten nun, dass solche hochgeschaukelten Diskussionen die guten alten Fasnachtstraditionen gefährden.

Ärger über Fackel-Verbot

Dabei sind gerade diese Kontroversen um einzelne Elemente der «drey scheenschte Dääg» ein fester Bestandteil der Basler Fasnachtsgeschichte. Zu diesem Schluss kommt der Stadtführer Grabmacherjoggi. Das beginne schon mit dem Morgestraich. Nach heftigen Bränden in der Stadt in den Jahren 1844 und 1845 bekam ein Herzstück der heutigen Fasnacht einen gewichtigen Wandel verpasst.  Die Polizei untersagte damals das Tragen von Fackeln und ordnete Laternen an. «Ladäärne» an der Fasnacht – was heute unentbehrlich sei, habe damals für Kopfschütteln gesorgt.

Kontroversen gehören zur Fasnacht

Unverständnis herrschte auch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, als die Männer- und Reformiertenbastion allmählich zu wanken begann. Katholiken und Frauen an der Fasnacht – dies sei zunächst auch undenkbar gewesen. «Erste Rebellinnen kämpften sich in die Fasnacht hinein und lernten das Trommeln und Pfeifen – mit der Zeit wurde das dann akzeptiert», sagt Grabmacherjoggi.

Die wohl folgenreichste Umwälzung gab’s bereits zur Zeit der Reformation, als der «eher handgreiflichen alten Fasnacht» ein neues Gesicht verpasst wurde. «Die Fasnacht hat unter dem Deckmantel des militärischen Brauchtums bei den Zünften überlebt – so kam das Trommeln und Pfeifen dazu», bemerkt Grabmacherjoggi. Diese Entwicklung habe allmählich zu den Eigentümlichkeiten der Basler Fasnacht, wie wir sie heute kennen, geführt.

Hitzige Diskussionen über Traditionsbrüche wie auch Unkenrufe, die das Ende der Fasnacht herbeibeschwören, gab es also schon immer. Wie Grabmacherjoggi mit Blick auf die Geschichte feststellt: «Die Debatte, die Emotionalität war auch schon früher gegeben – neu ist, dass es im virtuellen Raum, in den sozialen Medien ausgetragen wird».

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