Basler Fasnächtler rufen zum Solidaritätsmarsch für die Gugge Negro Rhygass auf. (Bild: Keystone)
Basel

Fasnächtler wollen für die Negro Rhygass marschieren

Der Fall Negro Rhygass zieht seine Kreise: Auf Facebook wurde für Freitag ein Solidaritätsmarsch angekündigt, der auf grossen Zulauf stösst.

Die Rassimus-Vorwürfe an die Gugge Negro Rhygass beschäftigen ganz Basel. Seit der Fall am Mittwochmorgen publik wurde, wird die Frage, was an der Basler Fasnacht erlaubt ist und wo Grenzen überschritten werden, in den sozialen Medien heiss diskutiert. Nun machen Basler Fasnächtler mobil und rufen die Bevölkerung auf die Strasse: Für Freitagabend wurde auf Facebook ein Solidaritätsmarsch für die Gugge Negro Rhygass und Mohreköpf angekündigt.

Vom Aeschenplatz bis zur Messe

«Mit diesem Solidaritätsmarsch möchten wir ein Zeichen setzen. Denn Fasnacht hat nichts mit Rassismus zu tun», erklären die Organisatoren des Marsches gegenüber Telebasel. Sie wollen anonym bleiben, denn es gehe nicht um Einzelpersonen, sondern um die gesamte «Fasnachtsfamilie», heisst es auf Anfrage. Man habe sich über den aktuellen Shitstorm gegen die Negro Rhygass unterhalten und sich gesagt: «Irgendetwas müssen wir unternehmen, zur Anteilnahme und zur Unterstützung dieser zwei Vereine.»

Geplant sei nun ein friedlicher Marsch, an dem Fasnachtsmusik gespielt wird. Er soll vom Aeschenplatz zum Denkmal über den Wettstein- und den Claraplatz bis zum Messeplatz verlaufen. So komme man der Veranstaltung «Em Bebby sy Jazz», die ebenfalls am Freitagabend stattfindet, nicht in die Quere.

Auf Facebook wird zum Solidaritätsmarsch aufgerufen. (Bild: Screenshot)

Zurzeit fehlt den Fasnächtlern allerdings noch die Bewilligung für den Solidaritätsmarsch. Diese wurde noch nicht erteilt, wie die Basler Polizei auf Anfrage erklärt: Man habe Kenntnis von der geplanten Kundgebung, so Sprecher Toprak Yerguz. «Zum jetzigen Zeitpunkt ist bei uns aber noch keine Anfrage für eine Bewilligung eingegangen.»

Falls die Behörden keinen Solidaritätsmarsch bewilligen, wollen die Organisatoren den Solidaritätsmarsch trotzdem durchführen: «Unser Plan B ist, die Route einfach zu Fuss zu absolvieren, ohne Musik zu spielen». Ob der Anlass bewilligt wird, entscheide sich am Donnerstagnachmittag, sagen die Initianten.

Grosses Echo überrascht Veranstalter

Der Aufruf, sich mit der Gugge Negro Rhygass zu solidarisieren, stösst in der Basler Bevölkerung auf viel Zustimmung: Über 300 Personen haben bis am Donnerstagmittag auf Facebook ihre Teilnahme am Marsch angekündigt, fast 1500 weitere User überlegen, mitzumachen. Ein derart grosses Echo haben die Veranstalter nicht erwartet: «Wir sind positiv überrascht und freuen uns, diesen Zusammenhalt zu sehen.»

1 Kommentar

  1. In Anbetracht der sonstigen Demos, Aufrufe und Märsche, welche die Behörde sonst bewilligt, wäre es ein Schlag ins Gesicht für die ganze Stadt, wenn man diesem Marsch keine Bewilligung erteilt.Report

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