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Der Telebasel News Beitrag vom 14. August 2018.

Basel

Negro Rhygass-Vorstand erhielt Drohungen

Die Rassismus-Debatte um die Negro Rhygass scheint zu eskalieren. Aufgrund angeblicher Drohungen hat die Gugge jetzt ihre Website vom Netz genommen.

«Die ganze Situation ist für uns als Verein natürlich sehr belastend», erklärt Niggi Schneider, Obmann der Negro Rhygass, auf Anfrage. Die Debatte um das Logo und den Namen der Gugge sind zurzeit das Gesprächsthema der Stadt. Allerdings wird nicht nur diskutiert: Auch Drohungen gegen den Vorstand der Gugge seien eingegangen. Diese hätten jetzt bewirkt, dass die Homepage der Fasnachts-Formation stillgelegt wurde.

Zwei Afro-Basler äussern sich zum Negro-Rhygass-Shitstorm. (Video: Telebasel)

Die Gugge lenkt nicht ein

Einen Namens- beziehungsweise Logowechsel komme aber laut Schneider nicht in Frage: «Wir sehen keinen Handlungsbedarf, da sich unser Name und Emblem unseres Vereins nachweislich auf eine historische, nicht rassistische Begebenheit zurückführen lassen. Die Fasnacht ist ein Traditionsanlass und zu dieser Tradition gehört auch der Name Negro-Rhygass.» Schützenhilfe erhält die Gugge von den Basler Fasnächtlern, die mit Parolen wie «Je suis Negro Rhygass» in den Sozialen Medien für die Negro Rhygass einstehen.  

Zum Namen, der auf das Jahr 1927 zurückdatiert, verhalf ihnen der Schweizer Flugpionier Walter Mittelholzer. Dieser sei im besagten Jahr in Afrika notgelandent. Daher auch das Vereinsemblem: Ein kleiner Mohr mit Pauke, wie es auf der Website der Nergo Rhygass heisst.

«Namensgebung und Logo überdenken»

Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) kann den den Unmut um den Namen der Gugge verstehen: «Heutzutage wird eine solches Logo und Namensgebung von vielen zurecht als stigmatisierend und diskriminierend wahrgenommen», so Alma Wiecken, Juristin bei der EKR. Die EKR würde sich deshalb wünschen, dass die Negro Rhygass «die Namensgebung und das Logo überdenken».

Es würden stereotype Bilder von Minderwertigkeit zitiert. Die EKR hält aber auch fest, dass der Gugge keine rassistischen oder diskriminierenden Absichten zu unterstellen sind.

Unterstützer argumentieren mit der Narrenfreiheit, die während den «drey scheenste Dääg» herrschen. Eine Fasnacht sollte aber laut EKR «ein verbindendes Ereignis» sein, das kein Platz für herabsetzende Motive und Bezeichnungen biete.

4 Kommentare

  1. Wo ist denn hier das Problem? Ich bin eine “Negra”, lebe seit 11 Jahren in Basel und ich rege mich eher über die Engstirnigkeit der Petitianten auf als über den Namen.
    Und was passiert, wenn Negro Rhygass seinen Namen in “Wysse Rhygass” oder “Branco Rhygass” ändert? Welli Rassismus-Kommision geht dann auf die Barikaden?Report

  2. Es ist doch nicht normal was da ab geht. Haben gewisse Leute keine anderen Probleme. Diese sind vor lauter Dummheit nicht mehr zu überbieten. Das sind vermutlich die gleichen Idioten die die Pferde an der Fasnacht verbieten wollen. Ich bin auch ein Fasnächtler gewesen 50 Jahr lang, als Tambour unterwegs, aber solch ein Theater ist der absolute Hammer. Einfach nur Dumm und Idiotisch.Report

  3. Es ist unbegreiflich. Wer die Entstehungsgeschichte der Guggen kennt, der wird schnell erfahren, dass es keinen rassistischen Hintergrund hat.
    Ich frage mich wie lange es geht, bis die Cliquen ihre Sujets vor einem Gremium darlegen müssen, welches das Sujet auf die Politische, geschlechter und Rassenfreundlichkeit prüft.
    Ich hoffe inständig, dass alles gut ausgeht. Ich kenne die Negro Rhygass und das sind nette Leute.
    Lasst es nicht zu weit kommen. Es schadet uns nur.Report

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