Äpfel der Sorte Jonagold mit Frostschäden. (Bild: Keystone)

Schweiz

Mit der Klimaerwärmung steigt das Risiko von Frostschäden

Das Risiko für Frostschäden ist mit dem Klimawandel deutlich gestiegen, berichten ETH-Forscher.

Mit der Klimaerwärmung verlängert sich die Wachstumsperiode von Pflanzen: Im Frühjahr treiben sie dank wärmerer Temperaturen früher aus. Das gilt insbesondere in höheren Lagen. Damit steigt jedoch auch das Risiko von Schäden durch Spätfröste, berichten Forscher der ETH Zürich.

Christof Bigler und Harald Bugmann von der ETH Zürich haben untersucht, wie sich das Frostrisiko während der Blattentfaltung für 13 europäische Baum- und Straucharten in der Schweiz während der letzten Jahrzehnte verändert hat. Die Ergebnisse präsentierten sie unlängst im Fachblatt «Scientific Reports».

Pflanzen müssen einen Kompromiss finden zwischen einer möglichst langen Wachstumsphase und einem möglichst geringen Risiko, durch Spätfrost Schaden zu nehmen. In den meisten untersuchten Jahren lag der letzte Spätfrost noch vor der Blattentfaltung, obwohl diese durch die Klimaerwärmung seit den 1980er Jahren immer früher einsetzte, schrieb die ETH in einer Mitteilung vom Freitag.

Sicherheitsabstand schrumpft

Das deute darauf hin, dass die untersuchten Baum- und Straucharten einen relativ grossen Sicherheitszeitraum einhielten. Dieser habe sich jedoch verkürzt und damit sei das Frostrisiko tendenziell gestiegen, sagte Bigler. Auch unterscheiden sich die Arten in den Sicherheitsmargen: «Früh austreibende Arten wie Lärche oberhalb von 1’100 Metern weisen in der Regel die niedrigsten Sicherheitsmargen auf», so Bigler.

Spätfröste dürften auch im Zuge der Klimaerwärmung weiterhin vorkommen, der Trend zu einem früheren Blattaustrieb werde aber wohl noch eine Weile anhalten, vermuten die Forscher. Frostschäden setzen insbesondere Keimlingen und kleineren Bäumen zu, die den Kälteschock im April 2017 kaum überlebten. Ausserdem schwächt es die Pflanzen, erneut mit dem Blattaustrieb beginnen zu müssen. Die dafür notwendigen Ressourcen fehlen dann bei Wachstum und Wurzelbildung.

Für ihre Studie analysierten Bigler und Bugmann Daten von MeteoSchweiz: Rund 48’000 Beobachtungen der Blattentfaltung und Temperaturmessungen, die seit 1951 an 264 Standorten gemacht wurden.

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