Personen von Avenir50plus verlangen Massnahmen gegen die Diskriminierung der Älteren im Arbeitsmarkt. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Schweiz

Altersdiskriminierung: Druck auf Politik steigt

Der Unmut über die Altersdiskriminierung auf dem Arbeitsmarkt wächst. Organisationen Betroffener verlangen konkrete Taten von der Politik.

Der Verband Avenir50plus und sein Westschweizer Pendant 50etplus boykottierten diesen April die vierte Nationale Konferenz zum Thema Alter und Arbeitsmarkt. Der Anlass sei eine reine Alibi-Übung, begründeten sie ihren Protest. Aus ihrer Sicht unternimmt der Bundesrat zu wenig für ältere Arbeitslose.

Ältere Arbeitnehmer oft gut ausgebildet

Seit Jahren werde gesagt, ältere Arbeitnehmer müssten sich aus- und weiterbilden, erklärte Luigi Miriello von 50etplus Keystone-SDA auf Anfrage. In der Realität verfügten diese Menschen aber über eine solide Ausbildung. Diese Ansicht teilt auch die Schweizer Konferenz für Sozialhilfe (Skos). Ältere Sozialhilfebezüger hätten einen höheren Ausbildungsstand als jüngere Altersgruppen.

Luigi Miriello von 50etplus kritisiert, dass Unternehmen, die ältere Arbeitnehmer diskriminierten oder auf die Strasse stellten, der öffentlichen Hand enorme Kosten aufbürdeten. In Frankreich seien grosse Firmen deshalb verpflichtet, einen Mindestanteil von über 50-Jährigen zu beschäftigen.

Einheitliche Pensionskassenbeiträge

Aktiv geworden ist auch der Verein Workforce 50+. Er hat vor zwei Wochen die Volksinitiative «Berufliche Vorsorge – Arbeit statt Armut» lanciert. Das Begehren verlangt gleichbleibende Pensionskassenbeiträge für alle Versicherten – unabhängig vom Alter.

Die Initiative verhindere Altersdiskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und halte wertvolles Wissen und Erfahrung in den Betrieben, sagte Pierre Bayerdörfer von Workfair 50+ auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA.

Laut des gemeinnützigen Vereins ist es ein Fakt, dass viele ältere Arbeitnehmer wegen zu hoher Lohn-Nebenkosten ab 45 Jahren häufig von Entlassungen bedroht sind – auch wenn dies kein Arbeitgeber öffentlich zugebe.

Einen anderen Weg schlägt die Skos vor. Sie verlangt, dass über 55-Jährige, die ihre Stelle verlieren, in der Arbeitslosenversicherung versichert bleiben. Dies soll verhindern, dass die Betroffenen Sozialhilfe beanspruchen müssen. Voraussetzung ist, dass jemand mindestens 20 Jahre gearbeitet hat.

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