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Der Telebasel News Beitrag vom 19. Juli 2018.

Basel

Kampf gegen Deponien

Der Kanton Basel-Landschaft plant neue Deponien. Die Baselbieter Grünen finden das unnötig und wollen die Bauschutt-Deponien verhindern.

Jael Bollag ist besorgt. Die Bio-Bäuerin aus Diegten weiss seit einem knappen Jahr, dass der Kanton Basel-Landschaft auf ihrem Land eine Deponie errichten möchte. Und zwar grossflächig. «Das hier ist wertvolles Ackerland. Wenn man das zerstört, geht wichtiges Kulturland verloren», so Bollag.

Unterstützung bekommt sie vom Präsidenten der Baselbieter Grünen, Balint Csontos: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keine besseren Flächen gibt als die wertvollen Fruchtfolgeflächen hier.» Der Kanton plant Deponien neben Diegten unter anderem in Hölstein, Sissach oder Blauen. Csontos ist überzeugt, dass es gar nicht so viele Deponien braucht.

«Ich denke ein grosser Teil der Deponien wird nicht nötig sein, wenn wir konsequent recyclen. Und wenn wir den Bedarf so berechnen, dass es auch einen Anreiz gibt, um zu recyclen und möglichst wenig Material zu produzieren.»

Kanton braucht Deponien

Anders sieht man das beim Kanton. «Wir planen nur das nötigste», sagt Roland Bono, Leiter Boden und Ressourcenwirtschaft bei der Baselbieter Umweltschutzdirektion. «In einem ersten Schritt werden Abfälle vermieden, in einem zweiten Schritt Abfälle wiederverwertet und erst in einem dritten Schritt werden Abfälle umweltgerecht und sicher deponiert.» Die geplanten Deponien seien aber nötig. «Wenn man es unter dem Titel der Entsorgungssicherheit anschaut, dann muss man sagen, dass man heute noch ein freies Deponievolumen von ca 3,5 Millionen Kubikmeter haben. Pro Jahr brauchen wir 500’000 Kubikmeter. Da kann man sich selber ausrechnen wie lange das noch reicht.»

Die Grünen lassen diese Rechnung nicht gelten. Sollte der Landrat dem Plan der Baselbieter Regierung zustimmen, werden sie das Referendum ergreifen. Dann wird das Volk über den Neubau von Deponien abstimmen.

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