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Der Telebasel News Beitrag vom 13. Juli 2018.

Basel

Ärger beim Rhypark über Abriss-Ideen

Mit ihrer Idee, den Wohnblock beim St. Johanns-Parkweg abzureissen, lösten zwei Architekten eine Kontroverse aus.

Silvia Schenker war erstaunt, als sie von den Ideen vernahm, den Wohnblock am St. Johanns-Parkweg aus dem Weg zu räumen. Die Basler SP-Nationalrätin wohnt seit über zwanzig Jahren in der markanten Überbauung. «In diesem Haus wohnen sehr unterschiedliche Leute, es ist sehr gemischt, es hat Schweizerinnen, Ausländer, Junge und Alte», sagt Schenker gegenüber Telebasel. Der günstigen Wohnraum beim Rhein müsse daher unbedingt erhalten werden und dürfe nicht auch noch der Aufwertung anheim fallen.

Entsprechend befremdet war sie, als sie von der jüngst ausgebrochenen Kontroverse um den markanten Wohnblock beim Rhypark hörte. Das Architekten-Duo Emanuel Christ und Christoph Gantenbein hatte nämlich mit einem NZZ-Artikel eine breite Diskussion ausgelöst. Diese wurde etwa vom Portal Architektur Basel und der BZ aufgegriffen. Dass hier günstige statt Luxuswohnungen gibt, unterstützen die beiden. Das Problem liege im Aussenraum: Das Areal sei völlig unternutzt. Daher plädieren sie dafür, die Wohnbauten abzubrechen. Die beiden Architekten waren für eine Stellungnahme zur Diskussion, welche ihr Artikel auslöste, nicht erreichbar.

«Kein Prachtsgebäude, doch erschwinglich»

Was die Ästhetik des Baus anbelangt, scheiden sich in Basel die Geister. Christof Wamister, Obmann beim Basler Heimatschutz, findet etwa markige Worte: «Dieses Haus wirkte schon veraltet, als es gebaut wurde. Es erinnerte mich an englische Sozialbauten im Brutalismus-Stil». Dennoch findet er, dass das Haus aufgrund der preisgünstigen Wohnungen nicht abgerissen werden müsse.  «Von aussen ist es nicht gerade ein Prachtsgebäude», räumt Silvia Schenker ein. «Er ist sehr zweckmässig eingerichtet, es ist nicht luxuriös – darum ist es auch erschwinglich».

Die Architekten Wurster und Hofer bauten die besagte Liegenschaft zwischen 1983 und 1986. Auf dem Grundstück der Stadt  Die Wohnbaugenossenschaft Nordwest betreibt seit Anbeginn die Liegenschaft, ein anderer Teil ist im Baurecht an Helvetia Versicherungen abgegeben.

Kanton prüfte bereits Varianten fürs Areal

Dass der Block etwas quer in der Landschaft steht, hat seine Gründe. «Das Ganze basiert auf einem Bebauungsplan von 1972, der offenbar nicht ganz fertig gemacht wurde – und so sieht es auch aus», sagt Christof Wamister. Mit den abgeschnittenen Strassenzügen wirke das Ganze wie ein «planerisches Durcheinander».

Deswegen führte der Kanton vor wenigen Jahren Testplanungen durch, wie Barbara Neidhart, Sprecherin Immobilien Basel-Stadt, gegenüber Telebasel bestätigt. Diese fanden im Rahmen einer möglichen Sanierung des Restaurants Rhypark statt. Dabei hat der Kanton mehrere Varianten geprüft «Dabei haben wir gedanklich auch die Umgebung einbezogen, da der Bebauungsplan aus den 1970er Jahren nicht komplett umgesetzt ist und daraus städtebauliche Defizite resultieren, zum Beispiel verkehrstechnisch», sagt Neidhart. Projektiert sei aber nichts. Daher wird beim Rhypark wohl vorderhand alles beim Alten bleiben.

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