Bild: gewerbe-basel.ch)
Basel

SBB machen vorwärts mit Verdichtung auf Lysbüchel-Areal

Die SBB wollen mit der Verdichtung auf dem Basler Lysbüchel-Areal nicht zuwarten, bis der Souverän über den Bebauungsplan VoltaNord entschieden hat.

Schon im August wollen die SBB gemäss einer Mitteilung vom Freitag im nördlichen Teil des 11,2 Hektaren grossen Lysbüchel-Areals eine Altlastensanierung vorbereiten und mit dem Rückbau bestehender Bauten beginnen. Die Mietverträge für diese Gebäude auf dem Baufeld 1 seien Ende Juni ausgelaufen.

Für die Altlastensanierung sind fünf bis sieben Wochen vorgesehen. In erster Linie muss Eternit fachgerecht beseitigt werden, wie es bei den SBB auf Anfrage heisst. Abgebrochen werden auf dem ehemaligen Güterareal fünf alte Industriehallen und zwei Schöpfe entlang der Lysbüchelstrasse.

Bis zu 500 Arbeitsplätze

Zurückgebaut werden auch die Gleisflächen, die das Areal derzeit noch diagonal durchschneiden. Dadurch entsteht laut SBB eine bebaubare Fläche von insgesamt rund 11’000 Quadratmetern, die für Gewerbenutzungen zur Verfügung steht. Durch Verdichtung soll die Zahl der Arbeitsplätze von heute 50 bis 100 nach Schätzungen der SBB auf bis zu 500 erhöht werden können.

Die SBB treiben die Entwicklung auf dem in der Industrie- und Gewerbezone verbleibenden Baufeld 1 voran, ohne die Volksabstimmung über den Bebauungsplan VoltaNord abzuwarten. Diesen hatte der Grosse Rat Ende Juni mit grossem Mehr gutgeheissen. Der Gewerbeverband ergriff jedoch erfolgreich das Referendum. Er sprach von einer «Fehlplanung», die zu einer weiteren Vertreibung des Gewerbes aus der Stadt führe.

Bekämpft wird der Bebauungsplan vom Gewerbeverband und seinen Unterstützern aus dem bürgerlichen Lager auch wegen der aus ihrer Sicht mangelhaften Trennung von Wohnen und emissionsstarkem Gewerbe. Nutzungskonflikte seien programmiert.

Der Bebauungsplan soll auf dem Lysbüchel-Areal rund 2000 bis 3000 zusätzliche Arbeitsplätze sowie neuen Wohnraum für 1300 bis 1900 Personen ermöglichen. Dazu sollen die bestehenden Arbeitsgeschossflächen verdichtet und vergrössert und das bestehende Wohnquartier im Süden des Areals erweitert werden.

Bei Nein eine Brache für zehn Jahre

Die SBB sind noch vor dem Kanton Basel-Stadt die grösste Grundeigentümerin auf dem Lysbüchel-Areal. Sollte der Bebauungsplan abgelehnt werden, wollen die Bundesbahnen zunächst zusammen mit den Verursachern die dringend nötige Bodensanierung vornehmen. Danach wollen die SBB nicht nur das Baufeld 1, sondern die gesamte ihr gehörende Fläche mit einem Zaun sichern und als Brache bewirtschaften.

Diese Situation würde nach Einschätzung der SBB rund zehn Jahre andauern. Erst danach könnte ein neuer Anlauf genommen werden für eine Stadtentwicklung. Diese würde allerdings auf dem heutigen Konzept beruhen, das die SBB als «zukunftsweisend» erachten.

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