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Der Telebasel News-Beitrag vom 26. Juni 2018.

Basel

Die Besitzerin des Zauberlädelis ist verstorben

Susi Blum, die Besitzerin des Zauberlädelis in der Spalenvorstadt, ist am Sonntag verstorben. Noch ist nicht klar, ob das Lädeli offen bleibt.

«Danke, dass du uns so eine schöne Kindheit beschert hast. Wir werden Dich vermissen!»

Die steht auf einem geblümten Zettel vor dem Zauberlädeli. Susi Blum hatte Mitte der 1970er Jahre von ihrer Grossmutter das Zauberlädeli übernommen und etliche Kinder dabei unterstützt, ihre Lehrer zu ärgern. Bei ihr gab es neben Tabakwaren hauptsächlich Scherzartikel und allerlei zum Zaubern.

«Ein Original weniger in Basel»

«Seit ich ein kleiner Junge war kenne ich sie, da war sie noch eine junge Frau, als sie gekommen ist», erinnert sich der Stammkunde Duri Lichtsteiner. «In jungen Jahren sind wir die Stinkbomben hier holen gekommen für die Schule und haben die Lehrer damit geärgert. Die wussten genau, woher sie kommen. […] Die ersten Tricks haben wir immer hier bei Frau Blum geholt. Seit Jahren gehen wir hier ins Zauberlädeli, das ist immer lustig.»

Heute stand Duri Lichtsteiner aber vor verschlossenen Türen, als er seinen Lottoschein im Zauberlädeli kaufen wollte. Am Sonntag, den 24. Juni 2018, ist Susi Blum verstorben. «Ich wusste, dass sie nicht ganz fit war. Sie hatte ja Mühe mit Laufen und Sprechen, aber dass sie grad gestorben ist, das hätte ich nicht gedacht. […] Jetzt bin ich überrascht, dass sie so schnell gestorben ist. Schade, ein Original weniger in Basel.»

Auch der Nachbar und Freund von Susi Blum, Jürg Humbel, verbindet Kindheitserinnerungen mit dem Zauberlädeli: «Ich bin hier in die Spalenschule gegangen, 1947 in die Primarschule und wir sind alle mit unserem Taschengeld ins Zauberlädeli Glugger holen gegangen. Damals gab es noch Lehmkugeln, dann Glaskugeln und dann noch die ganz teuren, die stählernen, aber dafür hat das Taschengeld nicht gereicht, und dann hat man noch weitergeschaut, was es noch für Sachen hat. Das war ein Paradies für uns!»

Die ganze Spalenvorstadt steht in Trauer

Susi Blum sei die Seele des Ganzen gewesen, sagt Beat Trachsler von der IG Spalenvorstadt. Sie sei meistens hinten, im Vorraum des Ladens gewesen und habe immer freundlich nach vorne gegrüsst, auch wenn sie am Telefon war. «Jeden, der in den Laden gekommen ist, konnte sie mit einer riesigen Freude, einem riesen Lächeln begrüssen und das hat einem ein Heimatgefühl gegeben, wenn man reinkam.»

Schon in den letzten zwei, drei Jahren sei Susi Blum nicht mehr so mobil gewesen und die Kunden und Freunde, die in den Laden gekommen sind, mussten sich auf mit einem Winken und Grüssen begnügen. Alle aus der Spalenvorstadt seien tief betroffen und in Trauer.

Wie geht es weiter?

Nach 109-jähriger Zaubertrick- und Scherzartikeltradition steht die Existenz des Zauberlädelis nun auf der Kippe. Wie es weiter gehen soll, darüber hat Susi Blum mit keinem ihrer Kunden oder Nachbarn gesprochen.

Für Nachbar Jürg Humbel steht aber fest, das Zauberlädeli gehöre genau so zu Basel wie das Spalentor. Sollte es nicht weitergeführt werden können, wäre das eine Katastrophe für die Region.

Fürs Zauberlädeli besteht aber noch Hoffnung. Während gestern noch ein Zettel an der Türe hing, auf dem «Wegen Todesfall geschlossen» geschrieben stand, hängt heute eine neue Botschaft an der Türe mit der Aufschrift: «Geänderte Öffnungszeiten. Dienstag-Freitag 14 Uhr-18 Uhr».

Der junge Mitarbeiter, der bisher auch im Laden gearbeitet hat, soll laut den Nachbarn den Laden vorübergehend übernehmen. Wie es längerfristig mit dem Zauberlädeli an der Spalenvorstadt 43 weiter gehen soll, ist noch nicht klar. Auch die Familie der verstorbenen Susi Blum wollte sich noch nicht dazu äussern.

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