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Roger Federer im Interview mit Telebasel nach seinem Spiel gegen Mischa Zverev. (Video: Telebasel)

International

«Spiel doch einfach Tennis!»

Beinahe hätte es wieder einen Fehlstart gegeben. Roger Federer drehte sein erstes Spiel auf Rasen aber und steht in Stuttgart in den Viertelfinals.

Da kamen nicht nur bei den Zuschauern in Stuttgart die Erinnerungen an das letzte Spiel von Roger Federer am Mercedes Cup hoch. Auch der Maestro selber sah sich nach dem ersten Satzverlust mit negativen Gedanken konfrontiert. «Man soll ja nicht nach hinten schauen, aber meine letzten beiden Spiele habe ich doch verloren.» Und letztes Jahr hatte er sich in den Achtelfinals hier am ATP 250-Turnier in Stuttgart gegen einen deutschen Gegner schwer getan – und verloren.

Mit Kampfansage in die Viertelfinals

Doch dieses Spiel wollte der Baselbieter nicht verlieren. Auch das schwäbische Publikum klatschte und feuerte Roger Federer an, schliesslich will man den allseits beliebten Schweizer noch länger auf dem Rasen in Stuttgart Weissenhof sehen.

Die Unterstützung des Publikums habe Federer selber auf dem Platz gespürt. Es hat ihn auch zusätzlich gepusht, sowie es die Aussicht auf die Nr. 1 tut. Denn zieht Roger Federer in Stuttgart ins Finale ein, steht er ab nächster Woche wieder an der Spitze der Weltrangliste. Das wären dann 310 Wochen in seiner Karriere.

«Ich will meinen nächsten Gegner wegputzen»

Von einer einfachen Aufgabe, bei einem 250-Turnier ins Finale zu kommen, will Roger Federer aber nicht sprechen. Viel mehr erwähnt er, dass er es Schritt für Schritt angehen will. Kleine Brötchen backen. Seinen Rhythmus hat er nach fast dreimonatiger Pause noch nicht gefunden. «Beim ersten Spiel kannst du lange nach dem Rhythmus suchen, er ist einfach nicht da.»

Doch insgeheim wünscht sich Roger Federer eben auch, dass er hier in Stuttgart, wo er bisher noch nie gross auftrumpfen konnte, endlich mal ein Spiel von A bis Z dominiert. «Ich würde gerne meinen nächsten Gegner 6:2 und 6:3 wegputzen», lacht er. Noch weiss er nicht, wer ihm in den Viertelfinals gegenüberstehen wird. Entweder ist es der Argentinier Guido Pella (ATP 75), oder der ihm unbekannte Prajnesh Gunneswaran (ATP 169) aus Indien.

Gewinnen will der 36-Jährige sowieso, egal, gegen wen. Deshalb habe er sich im Spiel gegen Mischa Zverev auch selber den Druck auferlegt, dieses Spiel trotz Satzverlust zu drehen. Vor dem Spiel hat er noch von befreitem Aufspielen und wenig Druck gesprochen. Auf dem Court hat er einen anderen Eindruck hinterlassen.

Roger Federer spricht nach seinem Fehlstart im ersten Spiel über den Frust, den er während des Spiels verspürt hat. (Video: Telebasel)

Wimbledon im Kopf

Auch wenn es doch noch mehr als zwei Wochen dauert, bis das Grand Slam-Turnier von Wimbledon beginnt, so ist es doch schon ein Thema. Nicht nur bei den Fans, nicht nur bei den Turnierdirektoren und Greenkeepern in England, sondern auch bei Roger Federer. Für ihn sind die beiden Turniere in Deutschland, Stuttgart und vor allem in Halle, die direkte Vorbereitung für Wimbledon. Mit dem Ziel, sich zum neunten Mal den Turniersieg zu holen.

Dass dazu nicht zwei Turniersiege in Deutschland nötig sind, hat er letztes Jahr gezeigt. In Stuttgart schied er überraschend und trotz Matchbällen nach dem ersten Spiel aus. Dafür gewann er in Halle und später dann ohne Satzverlust auf dem heiligen Rasen von Wimbledon.

Lange war nicht klar, ob Roger Federer überhaupt in Stuttgart antreten wird. Seine Zusage kam verhältnismässig spät. Teamintern war man sich nicht sicher, ob zwei Turniere vor einem Grand Slam wirklich gut waren oder eben doch zu viel. Am Ende entschied sich das Team Federer für die Teilnahme am Mercedes Cup.

So präsent sind die Gedanken an Wimbledon hier in Stuttgart auch noch nicht. Trotzdem hatte der Maestro nach dem verlorenen ersten Satz an Wimbledon gedacht. Worst Case- Szenarien, wie er beide Startspiele in Stuttgart und Halle verlieren würde, gingen Roger Federer auch durch den Kopf. Aber am Ende war da aber ein Gedanke und das ist wohl der wichtigste: «Spiel doch einfach Tennis!»

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