War einer der bekanntesten Banker des Landes: Pierin Vincenz (Foto: Key)

Schweiz

Pierin Vincenz aus U-Haft entlassen

Der ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz ist nach 106 Tagen aus der U-Haft entlassen worden.

Wie der Blick berichtet, wurde der ehemalige Top-Banker gestern auf freien Fuss gesetzt. Vincenz bestätigt seine Entlassung aus der U-Haft. Er teilt über seinen Sprecher mit: «Was ich in den letzten Wochen erlebt habe, wünsche ich niemandem.» Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut.

Weiter schreibt er, dass die U-Haft aus seiner Sicht «unnötig und in ihrer Länge völlig unverhältnismässig» war. «Die Eröffnung des Strafverfahrens kam für mich völlig überraschend. Ich bestreite die gegen mich erhobenen Vorwürfe nach wie vor», so Vincenz. Er werde sich «mit allen Mitteln dagegen» wehren.

An geheimen Ort verreist

Mit 106 Tagen war Vincenz aussergewöhnlich lange in U-Haft. Laut Blick ist Vincenz mit seiner Frau an einen geheimen Ort verreist, um sich zu erholen.

Ebenfalls auf freiem Fuss ist seit Dienstag Vincenz’ früherer Geschäftspartner bei der Kreditkartengesellschaft Aduno. Beide waren Verwaltungsräte der Aduno.

Die Untersuchung ist laut  Zürcher Staatsanwaltschaft weit forgeschritten. Deshalb seien die beiden Männer “unter Auflage verschiedener Ersatzmassnahmen” aus der Haft entlassen worden. Laut Oberstaatsanwaltschaft laufen die Ermittlungen gegen “sämtliche Beschuldigten” weiter.

Doppelspiel gespielt

Vincenz und dessen Geschäftspartner waren am 27. Februar in Untersuchungshaft versetzt worden. Vincenz wird vorgeworfen, bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und sich persönlich bereichert zu haben. Vincenz bestreitet die Vorwürfe.

Auslöser für das Strafverfahren ist eine Anzeige von Aduno vom Dezember 2017. Nachdem die Zürcher Justiz die Raiffeisen-Bank über das Strafverfahren informiert hatte, reichte Raiffeisen ebenfalls eine Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Chef ein. Bei Raiffeisen geht es um verdeckte Treuhandverhältnisse, dank derer sich Einzelpersonen möglicherweise bereichert haben.

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