Eine Blumenwiese hat einige Vorteile gegenüber einem normalen Rasen. (Bild: Telebasel)

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«Es muss nicht immer ein englischer Rasen sein»

Eine Blumenwiese ist nicht nur schön und bietet einiges für Insekten, sondern ist auch pflegeleicht. Florian Buess von Buess Gartenbau im Interview.

Der Wunsch vieler Gartenbesitzer: Ein englischer Rasen à la Wimbledon. Doch der Aufwand ist immens: Düngen, regelmässig Mähen, Vertikutieren und Wässern. Zudem machen die benachbarten Blumen sowie Pilze den Rasenbesitzern das Leben schwer. Florian Buess, Inhaber von Buess Gartenbau in Wenslingen, erklärt im Interview, warum eine Blumenwiese auch Vorteile bietet.

Telebasel: Warum wird oft ein «englischer» Rasen gewünscht?

Florian Buess: Es herrscht die Meinung, dass ein Rasen einfach im Unterhalt ist. Doch dem ist nicht so. Zudem herrscht oft die Meinung, dass man auf einer Blumenwiese nicht spielen kann. Doch das ist nicht so. Wenn die Wiese geschnitten ist, werden spielende Kinder auch selten von einer Biene gestochen. Und wäre dies doch der Fall, endet es ja in den allermeisten Fälle ohne grössere Konsequenzen für das Kind.

Sie sagen darum: «Es muss nicht immer ein englischer Rasen sein», warum?

Weil eine Blumenwiese schon alleine für die Biodiversität wertvoller ist. Zudem braucht sie weniger Pflege und ist weniger anfällig auf Krankheiten. In den verschiedenen Höhen geschnitten, bringt sie zudem mit verschiedenen Strukturen Leben in den Garten.

Was muss denn bei einer Blumenwiese beachtet werden?

In den ersten Jahren sollte man regelmässig mähen. Dies nennt man den Sauberkeitsschnitt. Der Effekt: Die Blumen können sich gegen das potentielle stark wachsende Unkraut behaupten. Gewisse Samen brauchen sogar einen Frost, damit sie keimen können.

Das heisst, eine richtige Blumenwiese braucht zuerst Zeit?

Das ist so. Etwa zwei bis drei Jahre sollte man der Wiese Zeit lassen.

Und nach diesen Jahren hat man nichts mehr zu tun?

Das kommt drauf an. Soll die Fläche zum Beispiel von Kindern zum Spielen genutzt werden können, sollte man natürlich den Blumenrasen regelmässig schneiden. Dann empfehlen wir eine Blumenrasenmischung. Will man die volle Pracht der Blumenwiese erhalten, reichen zwei Schnitte pro Jahr. Zudem sollte man nach dem Schneiden das Schnittgut für die Absamung liegen lassen. So ist garantiert, dass die Pflanzenvielfalt erhalten bleibt und wieder schöne neue Blumen wachsen.

Und wie sieht es mit dem Bewässern aus?

Hat man einen etablierte Blumenwiese, braucht man eigentlich nicht mehr zu bewässern und kann die Wiese einfach nur geniessen.

Wird bei ihnen oft nach einer Blumenwiese gefragt?

Das kommt schon vor. Vor allem bei naturnahen Kunden, welche die Biodiversität schätzen. Dass der Unterhalt nicht so aufwändig ist, spielt bei der Wahl eigentlich keine Rolle. Zudem empfehlen wir unseren Kunden je nach Fläche und Nutzungsart eher eine Blumenwiese als einen pflegeintensiven Rasen.

Kann man denn die Blumen der Mischung auswählen?

Es gibt verschiedene Mischungen. Der Entscheid für die Mischung hängt stark mit den Lichtverhältnisse und der Bodenbeschaffenheit zusammen. Eine professionelle Beratung kann ich nur empfehlen.

Wenn ich jetzt meinen Hausrasen in eine Blumenwiese umwandeln will – geht das?

Sicher. Zuerst beim Rasen einfach auf die Düngung verzichten. Im Frühling die Blumensamen einsäen (Streifensaat). Will man einen sofortigen Effekt, kann man auch Wildstauden in den Rasen einpflanzen und versamen lassen.

Aktuelle Gartenthemen auf Telebasel

«Im Garte» heisst «viel Natur! Hautnah bei den Pflanzen dran sein. Aktuelle Gartenthemen, welche hoffentlich inspirieren», sagt die Moderatorin Susanne Hueber. Es mache gleich Lust, selber anzupacken. Denn: «Es ist immer wieder faszinierend, wie aus einem einfachen Garten mit ein paar Kniffs eine Wohlfühloase entstehen kann.»

Trailer «Im Garte» vom 16. Juni 2018:

Fragen oder Inputs zur Sendung? Schreiben Sie eine Mail an garten@telebasel.ch. Wollen Sie noch mehr zum Thema Garten? Im Telebasel Garten-Channel finden Sie laufend neue spannende Themen.

«Im Garte» auf Telebasel von Mitte Mai bis Anfang November. Die dritte Folge: Am Samstag, 16. Juni 2018, um 19:35 Uhr und dann stündlich in der Wiederholung. 

Weitere Sendetermine:

  • 7. Juli 2018
  • 4. August 2018
  • 18. August 2018
  • 1. September 2018
  • 22. September 2018
  • 13. Oktober 2018
  • 3. November 2018

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