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Der Telebasel News Beitrag vom 12. Juni 2018.

Basel

Art Basel eröffnet erwartungsvoll

Die Kunstmesse scheint nicht von den Problemen der Baselworld oder Muba betroffen zu sein. Direkte Begegnungen seien in der Kunstwelt unerlässlich.

Die Anziehung der weltweit grössten Kunstmesse scheint ungebrochen. Wie letztes Jahr rechnet auch die 49. Art Basel mit rund 95’000 Besuchern. 291 Galerien aus 35 Ländern sind jedenfalls präsent und hoffen auf gute Geschäfte. Sie bieten die Werke von rund 4’000 Künstlern feil – der Kunstversicherer Axa Art schätzt den Wert der hier präsentierten Kunstwerke auf 3 bis 3,5 Milliarden Franken.

Für den US-amerikanischen Galeristen Tim Blum sei die direkte Begegnung für die Kunstwelt nicht wegzudenken. Zwar gäbe es wie überall eine gewisse Abnutzung durch eine generelle Überflutung. Doch der soziale Raum und Begegnungen mit Menschen und Kunstwerken sei mit nichts zu ersetzen. «Kommunikation ist das Wichtigste überhaupt», sagt Blum, Mitinhaber der Galerie Blum & Poe aus Los Angeles. Seit 22 Jahren sei er an der Art Basel präsent. Die Kunstmesse stelle nach wie vor den Höhepunkt im Jahr dar, den niemand verpassen kann.

Die Art Unlimited:

Kaufverhalten verändert sich

Doch natürlich bleibe auch der Kunstmarkt nicht stehen. Auf der einen Seite steigen die Preise für Werke etablierter Künstler zum Teil enorm. Das könne junge Künstler schon mal verunsichern und ungesund unter Druck setzen. Auf der anderen Seite verhielten sich Käufer heute anders, sagt Maria Ana Pimenta der Galerie Fortes D’Alboia & Gabriel aus Sao Paulo: «Die Leute kaufen nicht mehr so frenetisch. Sie überlegen viel mehr bevor sie ein Kunstwerk erwerben.»

Auch sie verneint, ein Problem mit dem Vormarsch der Internetangebote zu haben. Nach wie vor sei es immer noch sehr wichtig für ihre Galerie, hier in Basel zu sein. Die Dichte von hochkarätigem Publikum sei gewaltig.

Erfolg dank Selektion und Vernetzung

«Das ist ähnlich wie im Spitzensport: Nicht jeder kann bei Olympia mitlaufen», umschreibt der Galerist Werner Klein aus Köln eines der Erfolgsrezepte der Art Basel: kompromisslose Selektion. Über 700 Galerien vom ganzen Globus haben sich laut Art um einen Ausstellungsplatz beworben. 291 wurden eingeladen. «Man kann sich natürlich über die Kriterien der Auswahl streiten», gibt Klein zu bedenken.

Auf jeden Fall sei es eine kleine Auswahl aus einen ganz grossen Markt. «Der Druck an der Art auszustellen, ist enorm», pflichtet Art-Direktor Marc Spiegler selbstsicher bei. Für den Art-Direktor ist auch die internationale Vernetzung entscheidend für den Erfolg. Dank den Art-Ablegern in Hongkong und Miami ist die Kunstmesse in beiden Hemisphären präsent und verankert.

«Solange wir die grossen Sammler beliefern können und den Galerien eine grossartige Plattform bieten, solange wird die Art in Basel so stark bleiben, wie sie ist», bringt Spiegler das Erfolgsrezept der Art auf den Punkt.

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