Featured Video Play Icon
Der Telebasel Report vom 30. Mai 2018.

Basel

Seitenwechsel – Jetzt reden die Vermieter!

In den Diskussionen um steigende Mieten und Massenkündigungen geht eine Gruppe oft vergessen: Die VERmieter. Der Report beleuchtet die andere Seite des Mondes.

Claraturm, Burgweg, Mülhauserstrasse, Steinengraben – die Liste der bekannten Basler Mietstreitfälle wird länger und länger. Dahinter stecken oft ambitionierte Sanierungspläne von Investoren, die ganze Wohnhäuser erneuern oder gar abreissen möchten. Ganz zum Leidwesen der dort wohnhaften Mieterinnen und Mieter, die sich dann nicht selten medienwirksam zu Demonstrationen treffen und gegen die «bösen» Vermieter und Investoren mobil machen. Die Rollen sind schnell verteilt: Hier die geldgierigen Pensionskassen und Banken, da die armen Mieter.

Rund 300 Demonstranten kämpften im Januar 2017 für die Mieter der Mülhauserstrasse 26. (Bild: Telebasel)

Nicht so einfach, wie es aussieht

Ganz so schwarz-weiss, wie man das oft darstellt, ist die Situation dann eben doch nicht. Denn Sanierungen von Altbauten gehören zum Immobiliengeschäft dazu wie die Butter zum Brot. Den Zerfall eines Wohnhauses können sich anspruchslose Mieter dank damit verbundenen günstigen Mieten vielleicht leisten – nicht aber die Eigentümer der Liegenschaften. Wie bei einem Auto versuchen sie, ihre Gebäude regelmässig in Schuss zu halten, sonst kommts am Ende umso teurer. Und da Basel einen hohen Anteil unsanierter Wohngebäude aufweist, sind solche Anpassungen zurzeit häufig anzutreffen: «Bereits heute hat Basel sowohl den tiefsten Neubauanteil als auch  die tiefsten Umbauinvestitionen aller vier grössten Schweizer Städte», sagt etwa Matthias Holzhey, Leiter Swiss Real Estate Investments im Chief Investment Office Wealth Management der UBS.

«Die Renditen in Basel sind höher als in Zürich oder Genf». Matthias Holzhey von der UBS sieht gute Gründe, in Basel zu investieren. (Bild: Telebasel)

Renditen in Basel höher als in Zürich

Und trotzdem: Natürlich wollen Investoren auch Geld verdienen. Und das geht in Basel zurzeit sogar besser als in Genf oder Zürich, sagt Matthias Holzhey: «Die Renditen im Wohnbereich liegen in Basel höher. Aber auch der Büromarkt bietet aktuell gute Chancen». Entsprechend interessiert sind Investoren natürlich auch daran, ihr Eigentum in Stand zu halten, um damit die marktüblichen Mieten rechtfertigen zu können.

Kommt dazu: Basel-Stadt hat mit seinem neuen, kürzlich in Kraft getretenen Energiegesetz sehr hohe Standards in Sachen Nachhaltigkeit und Ökologie festgesetzt. Um diese Energie- und Klimaziele zu erreichen, müssen oft ganze Öl-Heizsysteme durch Wärmepumpen ersetzt oder ans Fernwärmenetz der IWB angeschlossen werden. Der Ersatz eines Heizungssystems in einem Wohnblock ist nicht nur teuer, sondern oft auch extrem kompliziert und somit am Ende in einem Neubau einfacher zu realisieren als bei einer Sanierung. Zudem fordern Mieter immer mehr auch hindernisfreie Zugänge zu ihren Wohnungen und deren Duschen, usw. Dafür sind oft grössere Eingriffe notwendig.

Der Burgweg in Basel: Über fünf Jahre und einen Gang ans Bundesgericht hat es gedauert, bis die Kündigungen rechtskräftig wurden. (Bild: Telebasel)

Schwarze Schafe sind das Problem

Das Sanieren an sich sei also nicht das Problem, sagt etwa Immobilienbewirtschafter Robert Marti. Auch nicht, dass nach einer solchen Gesamtsanierung die Mieten ansteigen, denn das sei nun mal nicht zu verhindern, wenn man die Summe betrachtet, die die Eigentümer jeweils in ihre Gebäude investieren würden. Das Problem seien die schwarzen Schafe unter den Investoren, sagt Marti: «Diese vernichten Wohnraum, indem sie günstige Wohnungen kaufen, diese billig und schlecht sanieren und sie dann als Eigentumswohnungen verkaufen». Darunter würden sowohl die Mieter, aber auch die anständig arbeitenden Vermieter und Investoren leiden.

Investoren leiden jedoch nicht nur unter ihren geldgierigen Mitstreitern. Wie sie den Wohnungsmarkt Basel beurteilen und was ihnen Sorgen macht, zeigt der Report vom 30. Mai 2018.

In den Telebasel News vom Montag bis Mittwoch steht die Betroffenensicht im Mittelpunkt – Der Report am Mittwoch setzt sich mit den Bedürfnissen und Anliegen der Vermieter auseinander. Am Donnerstag und Freitag geht es in den News um die Fragen, ob überhaupt Wohnungsnot herrscht und wie neuer Wohnraum geschaffen werden kann. 

Am Samstag fassen wir die Themenwoche ab 19:15 Uhr und dann stündlich in der Wiederholung in einer einmaligen Spezialsendung zusammen. 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Auch interessant