Featured Video Play Icon
Der Telebasel News Beitrag vom 21. Mai 2018.

Basel

Basels elegantester Strassenwischer

An arbeitsfreien Tagen ist Andrea Käppeli am Grossbasler Rheinbord zur Stelle. Er reinigt ehrenamtlich - und erst noch mit einem ausgefallenen Outfit.

Die Taschenuhr am königsblauen Smoking, der Zylinder auf dem Kopf. Mit seiner viktorianisch anmutenden Aufmachung fällt Andrea Käppeli im St. Johann auf. Umso mehr sticht er ins Auge, wenn er dazu noch den Putzwagen mit Besen und Schaufel mit sich führt. Optisch ist er ein schöner Gegensatz zum Abfall, den er mit sich führt.

Hobby ist bewilligungspflichtig

An Wochenenden und Feiertagen ist Basels elegantester Strassenkehrer im Einsatz. Sein Engagement ist ehrenamtlich. Alles begann damit, dass er seinen Lieblingsplatz am Rheinufer stets mit Kehricht übersät vorfand. «Viele Touristen von den Kreuzfahrtschiffen mussten sich einen Weg durch den Dreck bahnen», erinnert sich der  54-jährige IV-Rentner aus Basel. «Die haben einen Eindruck von der Stadt, der mir nicht gefällt».

Aus dem Littering-Ärger wurde schliesslich ein Hobby. Käppeli setzte sich schnurstracks mit der Stadtreinigung in Verbindung. Für seine Freiwilligenarbeit braucht es notabene eine Bewilligung. Ohne diese würden die Säcke mit dem Sammelgut in der Tonne seltsamerweise als illegale Entsorgung gelten.

Seltsame Reaktionen

Die Reaktionen auf seine ungewöhnliche Freizeitbeschäftigung fallen unterschiedlich aus. Während sich Touristen bei ihm bedanken und Erinnerungsfotos mit ihm schiessen, sieht’s bei manchen Einheimischen anders aus, so Käppeli. «Da enstehen sofort Ansprüche – etwa dass ich das Glas und Papier sortieren oder gar Hundehaufen aufnehmen sollte».

1 Kommentar

  1. Ich dachte mir schon immer, dass die Damen und Herren der Stadtreinigung, eine grosse und undankbare Arbeit leisten. Seit ich selber den Mist einiger gedankenloser Mitbewohner wegräume, merke ich, wie hart der Job der Helden in orange wirklich ist. Kaum haben sie die Hinterlassenschaften weggeräumt, liegt da schon wieder Abfall herum. Nun sehe ich auch, wieviel Arbeit es ist, Zigarettenkippen und Scherben zu entfernen, wo man nicht mit Maschinen hinkommt. Also überall dort, wo Schwimmer barfuss laufen.
    Ich finde, die Helden in orange haben unsere grösste Achtung verdient. Dazu gehört selbstverständlich, dass alle ihre Abfälle selber entsorgen und unsere wunderbare Stadt, sauber halten. Und ich finde, dass wir alle zu ihnen hingehen und uns persönlich für deren Arbeit bedanken sollten. Uns kostet weder das richtige Entsorgen etwas, noch DANKE sagen. Doch die Stadtreiniger wird es freuen!Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*