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Der Telebasel News Beitrag vom 18. Mai 2018.

Basel

Eine neue Bleibe für Künstler

Die Genossenschaft Coopérative d'Ateliers ermöglicht Künstlern im Wohnatelierhaus auf der Erlenmatt eine direkte Kombination von Wohnen und Arbeiten.

Aufwachen und nach dem Morgenkaffee direkt mit der Arbeit beginnen? Die Genossenschaft Coopérative d’Ateliers macht es möglich. Bis im Frühjahr 2019 entsteht auf der Erlenmatt ein Wohnatelierhaus, das Künstlerinnen und Künstlern eine kostengünstige Wohn- und Arbeitsform ermöglicht. Mit der Grundsteinlegung am 17. Mai 2018 realisiert die Genossenschaft eine lang gehegte Vision.

Dabei sei die Initiative von der Seite der Künstler aus gekommen. «Eine Gruppe von Künstlern kam auf mich zu und sagten, sie seien auf der Suche nach einem Raum, in dem sie Wohnen und Arbeiten verbinden können», sagt Heinrich Degelo, Präsident Coopérative d’Ateliers gegenüber Telebasel. Denn Wohnen und Arbeiten am gleichen Ort, würde vieles erleichtern.

«Die Hälfte der Ateliers vergeben»

Das Konzept scheint auf grossen Anklang zu stossen. «Wir haben im Moment die Hälfte der Ateliers vergeben», sagt Degelo. Das Ganze läuft so ab: «Wir haben eine Vermieter-Gruppe, diese wählen nach den Kriterien aus den Statuten die Bewerber aus und schlagen sie zur Wahl als Genossenschaftler vor». Der wirtschaftliche Aspekt ist für Degelo nebensächlich. «Kunst ist sehr wichtig», sagt er. «Auch Kunst an der Basis ist interessant. Für diese Künstler ist es nicht immer einfach. Diese Herausforderung hat mich interessiert».

Bei dem Gemeinschaftsprojekt handelt es sich um einen viergeschossigen Bau. Die Grösse der einzelnen Wohnateliers varriert gemäss Medienmitteilung zwischen 60 und 150 Quadratmetern bei einer Raumhöhe von drei Metern.

Eine flexible Gestaltung der Räume

Das Spezielle: Die zukünftigen Mieterinnen und Mieter können den Ausbau ihres Loftraums selber bestimmen. So soll ihnen eine flexible Sanitäreinrichtung zur Verfügung gestellt werden, damit die Aufteilung der Räume nach den individuellen Wünschen und Bedürfnissen gestaltet werden können.

Die Räume bieten den Kunstschaffenden die perfekte Kombination aus Wohnen und Arbeiten. (Visualisierung: Coopérative d’Ateliers)

Während im neuen Wohnatelierhaus Künstler einziehen sollen, müssen eben diese aus der Kaserne raus. Einige von ihnen kommen im Neubau unter. «Wir haben tatsächlich ein Paar, das jetzt bei uns einzieht», erzählt Degelo. Auf der Erlenmatt sei das aber etwas anders. «In der Klingentalkirche sind das Ateliers, die temporär vergeben werden. Das ist bei uns der Vorteil. Die Künstler können bleiben.»

Niedrige Mieten dank tiefen Nebenkosten

Im neuen Wohnatelierhaus wird auch deutlich weniger Miete verlangt, als die Stadt das tut. Die Preise werden auf der Erlenmatt durch das Konzept der individuellen und einfach zu verändernden Raumaufteilung tiefer gehalten, heisst es in der Medienmitteilung. So beträgt die Miete für ein Wohnatelier in der Grösse von 130 Quadratmeter etwa 1’300 Franken pro Monat.

Dank einer sehr guten Isolation, passiver Energie- und Abwärmenutzung und einem speziellen Belüftungssystem könne gänzlich auf eine Gebäudeheizung verzichtet werden. So können auch die Nebenkosten tief gehalten werden.

In der Stadt Basel gebe es im Allgemeinen eine sehr grosse Tradition solcher ergänzender Kulturengagements von Privaten und vom Kanton, sagt Katrin Grögel, Leiterin der Abteilung Kultur Basel-Stadt. «Es gibt viele Stiftungen und Genossenschaften, die sich privat engagieren um Produktionsräume zu schaffen für Kunstschaffende. Wir als Kanton schätzen das enorm».

Mehr dazu in den Telebasel News vom 18. Mai 2018 um 18:30 Uhr und ab 19 Uhr stündlich. 

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