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Der Telebasel Talk vom 17. Mai 2018.

Basel

Haben Sie schon mal ein Gespenst gesehen, Herr Frei?

Gelegentlich ein kalter Luftzug in der Küche? Immer wieder Gänsehaut im Estrich? Phänomenen wie diesen jagt der Verein «Ghosthunters» nach. Im Talk Thomas Frei.

Lachen Sie nicht, werte Leserin, werter Leser! Geister gibt es. Wenigstens spuken sie im Leben vieler Menschen herum, machen Lärm im Estrich, bewegen Gegenstände, krächzen im Keller. Von einem grossgewachsenen Sicherheitsmann wird berichtet, er soll nach einem Kontrollgang «bleich und zitternd» vor dem bekanntesten Schweizer Geister-Hotel im Val Sinestra gestanden haben – schwörend, nie wieder einen Fuss hineinzusetzen. Meinen Sie denn, so ein grossgewachsener Sicherheitsmann glaubt an Geister? Sicher nicht!

Just ein Bild dieses Hotel in einem Engadiner Seitental hat der Aargauer Verein «Ghosthunters» auf seinen Web-Auftritt platziert, um für einen Lehrgang im Geisterjagen zu werben. Die Ghosthunters bilden also am jenem Kultort Geisterjäger aus, über dessen zahlreiche Spuk-Stories sogar seriöse Medien berichtet haben, ohne gleich den Zeugen unterschwellig eine psychologische Beratung nahezulegen.

Aber ansonsten sehen die «Ghosthunters» ihre Mission darin, unerklärlichen Phänomenen mit High-Tech-Gerät auf den feinstofflichen Leib zu rücken, und sie nach deren Überführung sanft mit Worten und Weihrauch wegzufächeln.

Dass zum richtigen Verständnis des «Ghosthunters»-Kultes schon auch der Schuss Grusel inklusive der Empathie für die Geister gehört («Geist, wir müssen reden»), haben die Kollegen von Tillate sehr schön in einem Video eingefangen:

Natürlich fehlt bei den «Ghosthunters» auch nicht der Satz, dass die «meisten Spukereignisse» auf puren Diesseits-Effekten beruhten. Was ja die totale Enttäuschung darstellt. Oder?

Gottseidank ist das nicht bei allen Fällen so, denkt der Fan. Und auch die «Ghosthunters», die sich ihre schon enorm aufwändige Arbeit (Nachtarbeit!) nach dem Gutdünken des Klienten entlöhnen lassen (oder nach dem Tode dann?).

Aber klar, es bleibt der unauflösliche Widerspruch wie körperlose Geister denn in die Physik eingreifen sollen.

Im Talk erfahren wir, wie Thomas Frei, Präsident der «Ghosthunters», mit diesem Widerspruch umgeht, die echten von den bloss herbeigewünschten Geistern unterscheidet, auf welche Weise er sie aufspürt (oder sie ihn heimsuchen). Und er hat versprochen: «An Geistergeschichten mangelt es nicht.» 

Disclaimer: Auch mir, dem Verfasser dieser Zeilen, hat der Val Sinestra-Spukhotel-Geist – ich war ganz allein im Hotelzimmer – schon den Ipod abgeschaltet. Ein paar Mal hintereinander. Dabei hat das Gerät sonst nie … na, Sie wissen schon, wie es weitergeht. Jedenfalls: Gelacht habe ich nicht mehr.

Auch während des Gesprächs zwischen Karin Müller und Thomas Frei ist auf merkwürdige Weise die Verbindung zur Regie abgebrochen.

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