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Der Telebasel Talk vom 15. Mai 2018 mit Pierre Bayerdörfer.

Basel

Ärger über SVP-Landrat: «Unglaublich, diese Arroganz!»

Empört sah Pierre Bayerdörfer den Talk mit SVP-Landrat Peter Riebli, der die Sozialhilfegelder kürzen will. Er sagt, wer über 50 ist, kriege keinen Job mehr.

Für Wut, Empörung und Unverständnis hat der SVP-Landrat und Gemeindepräsident von Buckten, Peter Riebli, mit einem Vorstoss gesorgt, der die Sozialhilfegelder reduzieren soll. Konkret: Wer Sozialhilfe bezieht, soll den Normalansatz erst dann erhalten, wenn er oder sie seine Motivation beweist, an der Lage als Hilfsgeldbezüger etwas zu ändern. In verschiedenen Medien, auch im Sonntags-Talk, wurde das Thema heftig debattiert.

Als Motion überwiesen

Der Landrat hat Peter Rieblis (modifizierten) Vorstoss in seiner schärfsten Form, als Motion, überwiesen. Hier der Wortlaut: «Der Regierungsrat wird beauftragt, die Höhe des Grundbedarfes um die maximale Sanktionskürzung von 30 Prozent zu reduzieren, so dass lediglich die materielle Grundsicherung (Wohnkosten, medizinische Grundversorgung, Grundbedarf für den Lebensunterhalt) gewährleistet ist. lntegrationswillige, motivierte und engagierte Personen sollen stufenweise eine Motivationsentschädigung erhalten, bis maximal dem heutigen Grundbedarf.»

Im Telebasel-Talk vom 7. Mai 2018 vertrat der SVP-Landrat Peter Riebli seinen Vorstoss:

Heftige Reaktion ausgelöst

Damit hat Peter Riebli heftige Reaktion ausgelöst. Pierre Bayerdörfer, Koordinator vom Verein «Workfair 50+», schrieb Telebasel einen wütenden Brief, der hier im Wortlaut wiedergeben wird:

«Unglaublich, diese Ignoranz und Arroganz resp. Unwissenheit dieses Mannes aus Buckten. Solche Statements sollten nicht unkommentiert bleiben. Es wäre schön, wenn auch die andere Seite, die täglich an der Front ist und Betroffene 50+ begleiten, zum Talk eingeladen würde. Hier geht es nämlich nicht um fehlende Motivation sondern schlichtweg um die Verweigerung der Wirtschaft, Menschen 50+ wegen zu hohen Lohn-Nebenkosten zu beschäftigen  (diesbezüglich wurde von Workfair 50+ in Bern eine Initiative deponiert, welche einen PK Einheitssatz fordert.

Diese wurde von der Bundeskanzlei geprüft und im Mai in allen Landessprachen übersetzt und freigegeben, sie wird noch im Sommer lanciert werden können).  Und wenn Menschen für einen 100% Lohn unterhalb des Sozialhilfesatzes arbeiten müssen, sollte nicht die Sozialhilfe gekürzt, sondern der Arbeitslohn erhöht werden! Von wegen sozialer Hängematte, ich würde Herr Riebli vorschlagen, er solle sein Experiment für drei Monate für sich selber anwenden, wir würden dann die Rolle übernehmen, den Motivationsspiegel zu messen!»

Pierre Bayerdörfer vertritt die über 50-jährigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich um eine Stelle bemühen und oft nur mit Mühe reüssieren. 

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