Alexander Tschäppat ist im Alter von 66 Jahren gestorben. (Bild: Keystone)

Schweiz

Alexander Tschäppät 66-jährig verstorben

Der ehemalige Berner Stadtpräsident und Nationalrat Alexander Tschäppät ist tot. Der 66-jährige Sozialdemokrat erlag am Freitag einem Krebsleiden.

Der Sozialdemokrat hat das politische und gesellschaftliche Leben der Bundesstadt jahrzehntelang geprägt. Schon sein Vater Reynold Tschäppät war Stadtpräsident; er starb 1979 im Amt. Sohn Alexander schaffte im gleichen Jahr den Sprung ins Parlament. In den nächsten beiden Jahrzehnten sorgte er als Richter und als Politiker für Schlagzeilen.

2000 wurde Tschäppät in die Stadtregierung gewählt, 2005 stieg er zum Stadtpräsidenten auf. Als Stadtvater mit Ecken und Kanten war er nicht unumstritten, doch schaffte er zweimal problemlos die Wiederwahl. Ende 2016 trat er ab.

Bis zu seinem Tod gehörte Alexander Tschäppät dem Nationalrat an. Sein Mandat dürfte Adrian Wüthrich übernehmen, ein SP-Kantonsparlamentarier aus dem Oberaargau.

«Politiker und Menschenfreund»

Die Berner Stadtregierung würdigte Alexander Tschäppät am Samstag als «Mitbürger, Politiker und Menschenfreund mit grossem Herzen». Die SP erinnerte an Errungenschaften, an denen der Verstorbene stark beteiligt gewesen sei – etwa der autofreie Bundesplatz, der Baldachin beim Bahnhof und die Holländer-Party an der Fussball-EM 2008.

Das Ende seiner Amtszeit als Stadtpräsident hatte Alexander Tschäppät Ende 2016 mit einem Fest im Konzertlokal Bierhübeli gefeiert. Bereits damals sagte Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Tschäppät sei «kein Populist, sondern populär».

Jeder, der über die Kluft zwischen Volk und Elite spreche, solle «einen Tag mit Alex verbringen». Denn Tschäppät brauche keine Umfragen, um Stimmungen und Strömungen zu spüren – «er nimmt einfach den Bus».

Auf die Todesnachricht reagiert sie betroffen. Ein Bern ohne Alex Tschäppät sei unvorstellbar und sehr schmerzhaft, teilte Sommaruga am Samstag über das Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) mit. Der leidenschaftliche Politiker hinterlasse eine grosse Leere.

Freude am YB-Titel

Tschäppät war auch ein grosser Sportfan. Zusammen mit dem kürzlich verstorbenen Andy Rihs holte er 2016 die Tour de France nach Bern.

Zudem war er ein regelmässiger Gast im Stade de Suisse, denn er war ein grosser Fan des Fussballklubs BSC Young Boys. Trotz Krebsleiden habe Tschäppät den Weg von YB zum zwölften Meistertitel mit grosser Leidenschaft und Freude verfolgt, teilte der Verein am Samstag mit.

1 Kommentar

  1. Nur einmal haben wir uns im Basler Bahnhof SBB auf der Rolltreppe zu den Zügen gekreuzt. Er in Eile von hinten rauf: “Dörf y links dürrä?” Eindeutig Alexanders Stimme. Einige Politiker arbeiten zu viel. Sollten entlastet werden.Report

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