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Basel

Schnipp, schnapp, Haare ab – für guten Zweck

Haare schneiden für einen guten Zweck? Heute findet in der Haarwerkstatt Basel der 1. Haarspendetag der Schweiz statt. Gesammelt wird Haar für Perücken.

Andrea Blick und Susanna Piccarreta, beide ausgebildete Maskenbildnerinnen, sammeln Haare und fertigen daraus Perücken für Menschen mit kranheitsbedingtem Haarausfall.

Dazu rufen sie eine Sammelaktion ins Leben: Ein Haarspendetag. Dieser findet heute in ihrem Lokal, der Haarwerkstatt Basel, statt und ist auch gleich der erste Haarspendetag in der Schweiz. Alle, die mindestens 20 cm ihrer Haare abschneiden lassen wollen, erhalten vor Ort zwischen 10:00 und 16:00 Uhr einen kostenlosen Haarschnitt von einem professionellen Team von Coiffeusen.

Haare sind ein teurer Rohstoff, besonders europäisches Haar ist schwer zu bekommen und sehr kostspielig, heisst es in ihrer Medienmitteilung. Umso schöner und nachhaltiger sei es, wenn das Haar aus der Region stammt.

Mit dieser Aktion erfüllen sich die beiden Perückenmacherinnen einen Herzenswunsch. «Wir lieben unser Handwerk und die Arbeit mit Menschen», sagen die beiden und hoffen, am Haarspendetag, der zugleich der Eröffnungstag der Haarwerkstatt Basel ist, möglichst viele Leute für die gute Sache zu begeistern.

Anfänge im Theater Basel

Begonnen hat alles am Theater Basel, denn dort haben sich die beiden kennengelernt. «Wir haben beide eine Ausbildung als Maskenbildnerin am Theater gemacht. Wir arbeiten beide auch am Theater Basel, so sind wir uns begegnet.» Das war vor ungefähr zwei Jahren. Ein grosser Teil dieser Ausbildung bestehe auch im Fertigen von Perücken, so Susanna Piccarreta, welche auch als Psychologin tätig war.

Die Liebe zur Perücke

«Es ist einerseits die Liebe zur Perücke, zu diesem Handwerk, zu diesem Beruf», es spielen aber noch andere persönliche Faktoren eine Rolle, die Andrea Blick und Susanna Piccarreta in ihrem Bestreben beeinflussten. So brauchte etwa Andrea Blicks Freundin aus Deutschland eine Perücke. Diejenige, die sie dann erhielt, war in Blicks Augen nicht sehr schön. «Da merkte ich, das ist ja mein Beruf, ich kann ihr was schöneres machen» und fertigte kurzerhand eine neue Perücke für die Freundin. Dabei entstand der Wunsch, dies mehr zu machen.

Als Andrea Blick auf Susanna Piccarreta traf, stellte sich heraus, dass auch sie von der gleichen Leidenschaft erfüllt war. Und damit begannen letzten Sommer die Überlegungen. Am Mittwoch, 2. Mai 2018 feierten sie mit ihrer Haarwerkstatt interne Eröffnung.

«Viele Leute wollen gerne ihre Haare spenden»

Es sei aber ein gewisser Bedarf da, vor allem bei jungen Frauen. «Viele Leute wollen gerne ihre Haare spenden», so Piccarreta. Die beiden Perückenmacherinnen nehmen aber auch grundsätzlich Haarspenden entgegen.

Bekanntheitsgrad in Basel steigern

Auch stehen sie in engem Kontakt mit einigen Coiffeuren und Coiffeusen der Umgebung, die sie mit geschnittenem Haar unterstützen. Dies sei aber noch ausbaufähig. «Es ist unser Wunsch, dass mehr Coiffeure in Basel wissen, das es möglich ist, bei uns Haare abzugeben», so Andrea Blick. Für sie sind abgeschnittene Haare «kostbares Gut».

Drei Personen für eine Perücke

Grundsätzlich wird eine Perücke immer aus mehr als nur einer Haarspende zusammengesetzt, auch farblich. Da kann man auch mischen, damit genau die Farbe resultiert, welche sich die Kundin/der Kunde wünscht. Auch die Länge, Menge und Dicke des Haars spielt eine Rolle.

Man könne also nicht sagen, wie viele Personen für eine Perücke benötigt werden, sondern nur, wie viel Gramm Haar, meint Blick. Grundsätzlich aber sei das Haar zwei oder drei Personen für eine Perücke nötig. «Im besten Fall hat man ein so grosses Sortiment, dass man sich alles gleich selber zusammenstellen kann», meint Piccarreta. Und dieses Sortiment hoffen die beiden sich am Samstag, am ersten Haarspendetag der Schweiz, anzueignen.

Mehr dazu in den Telebasel News vom 5. Mai 2018 um 18:30 Uhr und ab 19 Uhr stündlich.

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