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Der Telebasel Report vom 11. April 2018.

Basel

Report: Staatsanwaltschaft unter Druck

Seit über einem Jahr sind am Ausbau des Bässlergut-Gefängnisses beteiligte Firmen Opfer von Sabotage-Angriffen. Jetzt fordern sie endlich Ermittlungs-Resultate.

65 Verfahren mit Bezug zum Gefängnis Bässlergut sind bis heute bei der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt am laufen. Nötigung, Aufruf zu Gewalt, Brandstiftung. Opfer sind immer wieder Firmen, die in irgendeiner Form am Erweiterungsbau des Bässlergut-Gefängnisses beteiligt sind. Ob der Basler Brandschutz-Experte Peter Berger, die Elektrizitäts AG Basel-Stadt oder die Baufirma Implenia: allesamt sind sie betroffen.

Autos, Bagger und gar Zivilfahrzeuge der Polizei wurden in Brand gesetzt. (Screenshot: Telebasel)

Brennende Autos, versprayte Hauswände

Im vergangenen Juni wurde auf dem antiautoritären Internetportal «Barrikade.info» eine Liste mit sämtlichen am Bau beteiligten Firmen aufgeschaltet. Teilweise waren gar die Privatadressen der Firmen-Chefs aufgeführt. Dazu der Hinweis: «Wir wissen alle, was zu tun ist». In der Folge wurden mehrere Firmenfahrzeuge in Brand gesetzt, Autoreifen zerstochen und gar Hauswände im privaten Heim verschmiert.

Auch auf der Bässlergut-Baustelle selber kam es zu Vandalen-Akten: Die Täterschaft steckte einen dort stationierten Bagger in Brand. Die Staatsanwaltschaft setzte relativ schnell eine Sonderkommission ein, die die Vorfälle aufklären soll. Ob unterdessen bereits Täter gefasst wurden, lässt die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen jedoch offen.

Der Erweiterungsbau Bässlergut II. Das Gefängnis soll im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden. (Bild: Telebasel)

Betroffene Firmen fordern Resultate

Mittlerweile ist über ein Jahr vergangen, ohne Erfolgsmeldung der Staatsanwaltschaft. Noch immer haben die betroffenen Firmen regelmässig mit aufgeschlitzten Reifen oder kaputten Fensterscheiben zu kämpfen. Die Stimmung ist gereizt.

Zwar wurde den Firmen von Seite Behörden geraten, sich nicht öffentlich zu den Anschlägen zu äussern. Zu gross ist die Gefahr, ein weiteres Mal ins Fadenkreuz der Täterschaft zu gelangen. Auf Anfrage von Telebasel zeigen sich jedoch mehrere Firmen überrascht, dass noch immer keine Täter gefasst sind. Die Implenia AG, bereits mehrfach Opfer der Sabotage-Akte, nimmt als einzige Firma Stellung:

«Für Implenia entstehen dadurch substanzielle Kosten, die wir an unsere Kunden weitergeben müssen. […] Bei diesen Anschlägen handelt es sich um ein Offizialdelikt, welches von den Behörden zwingend untersucht werden muss. Angesichts dieser Häufung sind die Untersuchungsbehörden klar gefordert.»

Implenia AG, 9.4.2018

Kriminalkommissär Peter Gill hat Verständnis für die betroffenen Firmen. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne er jedoch nichts über bisherige Erfolge sagen. (Screenshot: Telebasel)

Staatsanwaltschaft gefordert

Bei der Staatsanwaltschaft zeigt man Verständnis für die wachsende Ungeduld der Betroffenen, möchte die fehlende Kommunikation von Erfolgserlebnissen aber nicht als Zeichen für Untätigkeit verstanden wissen: «Wir arbeiten eng mit anderen Kantonen zusammen und haben schon zahlreiche Informationen beisammen.

Aus ermittlungstaktischen Gründen jedoch verzichten wir darauf, die Täterschaft durch öffentliche Statements über unseren Ermittlungsstand zu informieren», sagt Kriminalkommissär Peter Gill gegenüber Telebasel. Die Täterschaft sein eng vernetzt und somit sei mit Informationen besonders vorsichtig umzugehen.

Was hinter den Anschlägen steckt und welches Ziel die Täterschaft damit verfolgt, sehen Sie im Report vom 11. April 2018.

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