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Der Telebasel News Beitrag vom 11. April 2018.
Schweiz

«In jedem Gefängnis wird gekifft»

Drogenkonsum in Haftanstalten ist alltäglich. Die Behörden gehen dagegen mit scharfen Kontrollen und Sanktionen vor. Die Lieblingsdroge der Knackis: Cannabis.

Es steigt süsser Marihuana-Duft auf an der Gefängniswand der Strafanstalt Bostadel im Kanton Zug. Nichts Aussergewöhnliches für Gefängnisdirektor Andreas Gigon. «Dann geht der Sicherheitsdienst rauf, schaut mal rein. Sieht – aha. Dann gibt es eine Urinprobe, dann gibt es eine Busse, 50 Stutz, je nachdem, wenn man etwas findet gibt es eine Verzeigung bei der Polizei.»

Dann heisst es Zelleneinschluss oder Arrest für den Häftling. Kiffen ist das Hauptdrogendelikt in Schweizer Gefängnissen. Harte Drogen sind eher die Ausnahme. «Es hat  natürlich auch harte Drogen  und Leute, die Methadon konsumieren», so Gigon. «Wenn es die Methadonprogramme aber nicht gebe, hätten wir ein grosses Problem mit Opiaten in den Schweizer Gefängnissen. Aber ein Gefängnis, in dem nicht gekifft wird, das muss man noch suchen. Ich glaube das gibt es nicht.»

Drogen kommen mit dem Besuch

Rein kommen die Drogen im Besucherraum. Alle 14 Tage können die Insassen Besuch empfangen. Obwohl der Besuch vom Sicherheitsdienst überwacht wird, kommt es immer wieder vor, dass Drogen reingeschmuggelt werden. Darum wird auch der Besuch kontrolliert.

«Da arbeiten wir mit der Zuger Polizei zusammen und machen Stichproben», erklärt Gigon. «Dann nehmen wir zum Beispiel eine Besucherin raus. Die wird dann von einer weiblichen Polizistin kontrolliert. Da können wir dann auch eine Leibesvisitation machen.» Findet man etwas, gibt es eine Verzeigung und die Person erhält Besuchsverbot.

Zusätzlich werden auch die Insassen nach dem Besuch stichprobenartig kontrolliert. Findet man dann Drogen, gibt es eine Verzeigung. Zusätzlich gibt’s eine Busse, Einschluss in der Zelle oder gar Arrest. Dort verbringen die Gefangenen dann bis zu 10 Tagen, 23 Stunden am Tag. Im schlimmsten Fall wird sogar die Haftstrafe verlängert.

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