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Der Telebasel News Beitrag vom 7. April 2018.

Basel

Baselbiet spart auf Kosten der Pflegebedürftigen

Die Kosten für die Pflege steigen im Baselbiet. Eigentlich müsste der Kanton dafür aufkommen, macht er aber nicht. Jetzt kämpfen Heime für ihr Geld.

Der Preisüberwacher Stefan Meierhans kritisiert den Kanton Baselland schon länger. Denn dieser legt die Beiträge an die Pflegekosten so tief, dass zu viele Kosten auf Bewohnerinnen und Bewohner in den jeweiligen Heimen abgewälzt werden, schreibt das «SRF Regionaljournal». Die Pflege im Altersheim wird zu einem grossen Teil von den Krankenkassen und den Kantonen bezahlt, ausgenommen einem Selbstbehalt. Alles andere, muss von den Heimbewohnern bezahlt werden.

Zu wenig Geld für Pflege

Sich eine Stunde um einen pflegebedürftigen Menschen zu kümmern, soll laut dem Kanton nicht mehr als 68,25 Franken kosten. Das sei viel zu wenig, sagt auch der Präsident des Altersheimverbandes CURAVIVA, Sandro Zamengo. 10 bis 15 Franken mehr müssten es eigentlich sein. Denn so fehlen einem Heim im Jahr rund 800’000 Franken. «Das heisst für die Heime, sie müssen sparen. Müssen sich querfinanzieren über Hotellerie und Betreuung, müssen Verluste abschreiben und im schlimmsten Fall Konkurs anmelden», sagt Zamgengo.

Eigentlich hat der Kanton für 2018 die Pflegenormkosten schon auf 73 Franken angehoben. Dabei handelt es sich um das Geld, welches pro Stunde für die Pflege berechnet wird. Im Letzten Moment hat das Baselbiet dann aber einen Rückzieher gemacht. «Aufgrund des Widerstandes der Gemeinden, hat sich der Regierungsrat  dazu entschieden, die 68,25 Franken so beizubehalten», erklärt Gabriele Marty vom Amt für Kantonale Gesundheit.

Beschwerde gegen Regierungsbeschluss

Für unsere pflegebedürftigen Menschen will also keiner zahlen. Gegen den Beschluss des Baselbieter Regierungsrates hat der Dachverband der Altersheime gemeinsam mit anderen Heimen beim Kantonsgericht Beschwerde eingereicht. «Wir akzeptieren das nicht», sagt Zamengo. Es wäre nicht das erste Mal, dass der Kanton Geld an Heimbewohner zurückzahlen muss. Schon vor vier Jahren hat das Baselbiet rund fünf Millionen Franken an Bewohner gezahlt, weil die Pflegenormkosten zu niedrig angesetzt wurden. Für 2019 entwickelt der Kanton einen neuen Plan, um den Heimen entgegenzukommen.

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