(Symbolbild: Keystone)

Schweiz

231 Personen verlieren Asylstatus

Das Staatssekretariat für Migration hat im vergangenen Jahr 231 Personen den Asylstatus wieder entzogen, weil sie ihre Heimatländer gereist sind.
Am häufigsten betroffen waren Staatsangehörige von Vietnam (71 Widerrufe), Irak (60) und Bosnien und Herzegowina (30). Ein Sprecher des Staatssekretariats für Migration (SEM) bestätigte am Samstag diese Zahlen aus der «Schweiz am Wochenende».

Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Zunahme um 86 Fälle. Das SEM vermutet, dass der Anstieg darauf zurückzuführen ist, dass die 2015 geschaffene Meldestelle Heimatreisen bekannter geworden ist.

Während 2016 noch 28 Meldungen eingegangen sind, waren es letztes Jahr 101 Fälle. Zudem sei die Zusammenarbeit mit den kantonalen Ämtern enger geworden und die Grenzbehörden würden Passagierdaten genauer auswerten, um in die Heimat reisende Flüchtlinge ausfindig zu machen.

Anfang März 2018 hatte der Bundesrat eine neue Reglung zur Durchsetzung des Heimat-Reiseverbots vorgeschlagen. Künftig sollen Flüchtlinge beweisen müssen, dass sie nicht die Absicht hatten, sich dem Schutz ihres Herkunftsstaates zu unterstellen. Sie müssen glaubhaft machen, dass sie weiterhin verfolgt werden. Können sie das nicht, wird ihnen der Flüchtlingsstatus aberkannt. Entscheiden muss nun das Parlament.

Heute liegt die Beweislast bei den Behörden. Diese können einem Flüchtling die Flüchtlingseigenschaft nur aberkennen, wenn sie ihm nachweisen, dass er sich freiwillig dem Schutz des Herkunftsstaats unterstellt hat und dass ihm dieser gewährt wurde.

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