Das Ausschaffungsgefägnis Bässlergut in Basel. (Bild: Keystone)
Schweiz

Wer sitzt ein in der Schweiz?

In der Themenwoche «Hinter Gittern» blickt Telebasel hinter die Kulissen unserer Justizvollzugsanstalten. Hier finden Sie die wichtigsten Zahlen.

Immer am ersten Mittwoch im September wird jedes Jahr schweizweit die Anzahl erwachsener und jugendlicher Gefängnisinsassen gezählt. Im Februar veröffentlichte der Bund die Zahlen aus dem Jahr 2017.

Anzahl Insassen leicht rückgängig

Am Stichtag 2017 befanden sich insgesamt 6’863 erwachsene Personen hinter schwedischen Gardinen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Abnahme von einem Prozent – damals waren es laut Bundesamt für Statistik 6’912 Personen. Eingeschlossen in dieser Zahl sind sowohl Häftlinge in U-Haft, jene, denen noch kein Prozess gemacht wurde sowie bereits verurteilte Sträflinge und Ausschaffungshäftlinge.

Die nationalen Gefängnisse waren damit zu rund 92,5 Prozent ausgelastet, was sich mit der Zahl vom Vorjahr ungefähr die Waage hält (2016: 92,1 Prozent). Dies, obwohl von den 114 Institutionen des Freiheitsentzugs 2016 im Jahr 2017 acht geschlossen wurden.

Ausländer immer noch Löwenanteil

Eine hohe Diskrepanz besteht immer noch zwischen dem Anteil inhaftierter Männer und jenem der Frauen. Von den 6’863 Inhaftierten waren im September lediglich 382 weiblichen Geschlechts, also unter 6%. Seit 2005 stieg diese Zahl nie über die 6-Prozent-Marke hinaus.

Weiterhin konstant ist der Anteil ausländischer Insassen. Dieser Wert liegt zum neunten Mal in Folge über 70 Prozent. Dass sind 4’904 Personen ausländischer Herkunft denen die Freiheit entzogen wurde. Gegenüber Vorjahr ist zwar ein Rückgang zu beobachten, dieser beläuft sich allerdings auf lediglich 0,5 Prozent.

Linke Spalte 2016, rechte Spalte 2017. (Bild: Screenshot/Bundesamt für Statistik)

Nordwestschweiz mit geringster Insassenrate

Stärkere Abweichungen gibt es in den drei Strafvollzugs-Konkordaten, die vom Bundesamt für Statistik unterschieden werden. Während in der lateinischen Schweiz, also im Welschland und im Tessin, pro 100’000 Einwohner 109 Personen in Haft sitzen, sind es in der Ostschweiz 71 und in der Nordwest- und Zentralschweiz gar nur 68.

Die Raten unterscheiden sich sowohl bei den nichtverurteilten Insassinnen und Insassen (Deutschschweiz: 26, lateinische Schweiz: 45) wie auch bei den Verurteilten (Deutschschweiz: 37, lateinische Schweiz: 60) deutlich.

Die Jugend

Auch bei den Jugendlichen gibt es eine moderat positive Entwicklung. Jedoch ist hier festzuhalten, dass sich die Zahl platzierter Jugendlicher seit 2010 beinahe halbiert hat. Sie ist seit nunmehr drei Jahren stabil.

Dass Jungendliche, nachdem sie straffällig geworden sind, in Pflegefamilien untergebracht werden, ist eine mittlerweile beinahe ausgestorben Massnahme. Lediglich 5 Personen im Jahr 2017 gegenüber 21 im Jahr 2016 und 77 im Jahr 2010 wurden so untergebracht. Ein Grossteil der Jugendlichen wurde somit in spezialisierten Institutionen untergebracht.

Die Telebasel Themenwoche läuft vom 9. bis 14. April 2018 täglich in den News um 18:30 Uhr und ab 19 Uhr stündlich. Ausserdem finden Sie online laufend neue Inhalte. 

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